Empfänger der Corona-Soforthilfe in Sachsen können unter bestimmten Voraussetzungen die Einstellung von Rückforderungen beantragen. Seit März 2026 können nun auch Personengesellschaften wie GbR oder OHG diesen Antrag stellen, sofern alle Gesellschafter natürliche Personen sind. Auch Einzelunternehmen und eingetragene Kaufleute sind antragsberechtigt.
Voraussetzungen für die wirtschaftliche Unfähigkeit
Eine Forderungseinstellung kommt infrage, wenn Einkommen und Vermögen definierte Grenzen nicht überschreiten.
Flexible Rückzahlungsoptionen
Wer die Kriterien für eine vollständige Einstellung nicht erfüllt, kann zinsfreie Zahlungsfristen von sechs Monaten nutzen. Verlängerungen auf bis zu 36 Monate sind gegen Festzinsen möglich. Innerhalb dieser Zeiträume können Zahlungen flexibel geleistet werden.
Wichtige Hinweise zur Antragstellung
Die Prüfung erfolgt ausschließlich auf Antrag und erfordert aktuelle Nachweise wie Steuerbescheide, Gehaltsbescheinigungen oder Kindergeldnachweise. Bereits vollständig gezahlte Beträge werden nur in absoluten Härtefällen zurückerstattet, wenn eine unverschuldete existenzgefährdende Notlage nachgewiesen wird.
Terminhinweise
1. Digitale Fragerunde zur Antragstellung für GbR und OHG
Datum: 26.03.2026
Uhrzeit: 15:00 - 16:00 Uhr
Im Rahmen einer digitalen Sprechstunde wird das Verfahren zur Antragstellung für GbR und OHG vorgestellt und Ihre Fragen beantwortet. Den Einwahllink finden Sie hier.
Bei Fragen stehen Ihnen unsere Handelsberater in den jeweiligen Geschäftsstellen gern zur Verfügung.
In diesen Tagen feiert die Allianz für den freien Sonntag ihr 20-jähriges Bestehen. Eine der wesentlichen Kräfte dabei ist die Gewerkschaft ver.di.
„Es ist traurig und keine gute Nachricht für den Wirtschaftsstandort Deutschland, dass sich die Allianz für den freien Sonntag und insbesondere ver.di nun seit zwei Jahrzehnten gegen zeitgemäße gelegentliche Sonntagsöffnungen im Einzelhandel stemmt. Wir brauchen das Gegenteil: Einkaufen ist für viele Menschen heutzutage mehr als nur Versorgung. Shopping ist längst Teil der Eventkultur und auch ein Spaß für die ganze Familie, besonders auch an Sonntagen. Schaut man zudem auf die oft schwierige Lage des Einzelhandels in vielen Innenstädten, wird klar: Wir brauchen aktuell die gelegentliche und verlässliche Sonntagsöffnung für die Geschäfte in Deutschland mehr denn je. Die gewerkschaftliche Totalverweigerung bei diesem Thema richtet großen Schaden an. Die seit einigen Jahren gängige Praxis des kurzfristigen Wegklagens bereits genehmigter Sonntagsöffnungen durch die Gewerkschaft darf sich nicht fortsetzen. Die Unternehmen bleiben anschließend auf den Kosten für bereits geschaltete Werbung und für das eingeplante Personal sitzen. Diese mangelnde Rechtssicherheit ist den Handelsunternehmen nicht weiter zuzumuten. Das muss auch die Allianz für den freien Sonntag endlich einsehen und ihre destruktive Haltung beenden“, so der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth. Es gehe vielmehr darum, gemeinsam mit dem Handel um attraktive und lebendige Innenstädte zu kämpfen, dazu gehöre auch die rechtssichere gelegentliche Sonntagsöffnung.
Als absurd sieht der HDE die Verweigerung der Gewerkschaft bei Sonntagsöffnungen für personalfreie Smart Stores an: „Smart Stores müssen an Sonntagen ganz und gar ohne den Einsatz von Personal auskommen und sind damit eine gute Alternative insbesondere im ländlichen Raum, um dort die Versorgung der Bevölkerung zu sichern und auch die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse perspektivisch zu gewährleisten. Hier geht es also gar nicht um Aspekte des Beschäftigtenschutzes, da Sonntagsarbeit in Verbindung mit „Smart-Stores“ ausgeschlossen ist, sondern schlicht um ein neues innovatives Unternehmensmodell. Zudem wird auch die Sonn- und Feiertagsruhe durch „Smart-Stores“ nicht unverhältnismäßig gestört. Für die Betreiber sind diese Stores aufgrund des reduzierten Warenumsatzes allerdings nur dann betriebswirtschaftlich tragfähig, wenn sie sieben Tage die Woche öffnen dürfen. Die Digitalisierung der Vertriebswege wird wegen des zunehmenden Personalmangels auch weiter an Bedeutung gewinnen müssen. Hier sollte ver.di schnell über den eigenen Schatten springen und erkennen, dass diese Konzepte ein wichtiger Teil der flächendeckenden Nahversorgung in den ländlichen Regionen sein können“, so Genth weiter. „20 Jahre Allianz für den freien Sonntag bedeuten bisher 20 Jahre sture Realitätsverweigerung. Wir brauchen eine zukunftsgerichtete Gewerkschaft, damit die Branche die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam erfolgreich bewältigen kann. Es bleibt zu hoffen, dass es nicht noch 20 Jahre in dieser Manier weitergeht.“
Aufgrund der aktuellen Haushaltslage ist das Förderprogramm „Regionales Wachstum“ der Sächsischen Aufbaubank derzeit stark eingeschränkt. In vielen Regionen Sachsens können aktuell keine neuen Anträge gestellt werden. Für Handelsunternehmen lohnt sich daher der Blick auf alternative Förderinstrumente, die weiterhin verfügbar sind.
Ein zentrales Angebot ist der Sachsenkredit Universal. Das Darlehensprogramm ermöglicht Investitions- und Betriebsmittelkredite ab 20.000 Euro zu günstigen Konditionen. Zusätzlich kann ein Tilgungszuschuss von bis zu zehn Prozent gewährt werden, der die Rückzahlung des Kredits reduziert. Gefördert werden unter anderem Investitionen in Modernisierung, Digitalisierung oder Erweiterung des Geschäftsmodells. Die Finanzierung kann bis zu 100 Prozent der Projektkosten abdecken und wird über die jeweilige Hausbank beantragt.
Auch die Förderrichtlinie Digitalisierung Zuschuss bietet interessante Möglichkeiten für den Handel. Hier können kleine und mittlere Unternehmen Zuschüsse für digitale Projekte erhalten. Gefördert werden etwa Warenwirtschaftssysteme, Onlineshops oder digitale Lösungen zur Vernetzung von Geschäftsprozessen. Je nach Unternehmensgröße sind Zuschüsse von bis zu 60 Prozent der förderfähigen Ausgaben möglich.
NEU ab 19. März 2026: Förderrichtlinie Ganzjahrestourismus
Mit der Förderrichtlinie Ganzjahrestourismus unterstützt der Freistaat Sachsen Investitionen in saisonunabhängige touristische Angebote. Gefördert werden unter anderem neue Angebote, Kapazitätserweiterungen oder zusätzliche Dienstleistungen in bestehenden Betrieben. Ziel ist es, den Tourismus weniger wetterabhängig zu machen und die wirtschaftliche Stabilität der Branche zu stärken. Auch Handelsunternehmen können partizipieren. Investitionen z. B. in die Einrichtung einer Schauwerkstatt, Entertainment-Ecken, Informationsmöglichkeiten über regionale Highlights oder die Schaffung von Räumen für Veranstaltungen, Kurse sowie Workshops sind denkbare Optionen. Kleine und mittlere Unternehmen können Zuschüsse von bis zu 75 Prozent der Investitionskosten erhalten. Die Antragstellung erfolgt ebenfalls über die Sächsische Aufbaubank.
Bei Fragen stehen Ihnen unsere Handelsberater in den jeweiligen Geschäftsstellen gern zur Verfügung.
Zum Start in die neue Tarifrunde ging am 12.03.2026 das ver.di-Forderungsschreiben für das Tarifgebiet Mitteldeutschland (Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) ein. Darin fordert die Gewerkschaft eine Anhebung aller Vergütungen um 222 Euro monatlich, eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen um 150 Euro monatlich für alle Ausbildungsjahre sowie eine Laufzeit von 12 Monaten. Bezogen auf das Eckgehalt entspricht die Gehaltsforderung einer Erhöhung um 6,99 Prozent. Vorher gingen entsprechende Forderungsschreiben von verd.di auch in den Bundesländern Saarland, Rheinland-Pfalz, Bayern und Hessen ein.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) bewertet die verdi-Forderungen in seiner Pressemitteilung als unverhältnismäßig und an der Realität von vielen Einzelhandelsunternehmen vorbei. Oberste Priorität für die Arbeitgeber ist die Zukunftsfähigkeit der Branche und die Sicherung von Arbeitsplätzen. Der HDE und die einzelnen Landesverbände als Tarifpartner appellieren daher in diesen wirtschaftlich außerordentlich schwierigen Zeiten an das Verantwortungsbewusstsein der Gewerkschaft, der Branche keinen Schaden zuzufügen.
Aktuell werden Personen in Sachsen vermehrt mit dem Versprechen auf Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) angerufen. Hierbei handelt es sich um unseriöse Angebote, die darauf abzielen, persönliche Daten abzugreifen oder Vorauszahlungen für nicht existierende Dienstleistungen zu erlangen.
Das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA) weist darauf hin: Das Förderverfahren für den ESF wird in Sachsen ausschließlich über die Sächsische Aufbaubank Förderbank – (SAB) abgewickelt. Die SAB tritt in keinem Fall proaktiv an Sie heran, um Ihnen eine Förderung anzubieten oder gar bereits zuzusagen. Die SAB nimmt erst dann persönlich mit Ihnen Kontakt auf, wenn Sie sich zuvor mit Ihrem Anliegen an die SAB gewendet haben. Ebenso setzt die SAB niemanden unter Druck, einen Antrag auf Förderung zu unterschreiben. Die Beantragung von Fördermitteln ist freiwillig. Für die Förderung werden auch keine Gebühren oder Anzahlungen verlangt.
Das SMWA rät dringend davon ab, persönliche Daten freizugeben. Bei Verdacht auf Betrug wenden Sie sich an die Polizei oder das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF).
Wenn Sie Opfer von Betrug oder eines Betrugsversuchs geworden sind, wenden Sie sich in jedem Fall an die Polizei und erstatten Sie Anzeige. Wenden Sie sich hierfür an das für Sie zuständige Polizeirevier oder rufen Sie die Polizei unter der 110. Jede Anzeige unterstützt die Ermittler dabei, neue Betrugsmaschen frühzeitig zu erkennen und die Täter dahinter zu überführen. Darüber hinaus erhält die Polizei dadurch wichtige Informationen zum Ausmaß des Deliktfeldes. Eine Anzeige können Sie persönlich auf jeder nächstgelegenen Polizeidienststelle oder bei der Onlinewache der Polizei Sachsen erstatten.
Der Krieg im Iran könnte nach Einschätzung des Handelsverbandes Deutschland (HDE) die ohnehin schwächelnde Konsumstimmung weiter negativ beeinflussen.
„Der Ausbruch eines Krieges wird wohl kaum positive Auswirkungen auf die Stimmung der Verbraucher haben. Die Verunsicherung durch die internationalen Krisen und Konflikte steigt immer weiter. Das ist Gift für den Konsum“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.
Gleichzeitig hält der HDE die direkt spürbaren Auswirkungen des bewaffneten Konflikts in Nahost für zunächst überschaubar. „Aktuell sind die globalen Lieferketten des Einzelhandels nicht direkt betroffen. Ausnahmen können hier allenfalls Luftfrachtverkehre sein, die über das Drehkreuz in den Golfstaaten geleitet werden und nun neue Flugrouten nutzen müssen“, so Genth weiter. Die großen Reedereien haben ihre Routen bereits seit den Angriffen der mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Jahr 2023 angepasst und fahren bevorzugt um die Südspitze Afrikas. Daher ist davon auszugehen, dass die jüngst angekündigten Angriffe der Huthi den internationalen Seehandel nur bedingt beeinflussen werden. Zudem muss sich erst zeigen, inwiefern die Huthi-Rebellen im Jemen überhaupt in den Konflikt eingreifen und so unter Umständen den Schiffsverkehr in der Region beeinträchtigen. Da zudem erhebliche Mengen Erdöl und Gas aus der Region kommen, könnten hier allerdings die Preise für Diesel und Gas steigen, was sich mittelfristig auf die Kalkulation der Logistikpreise auswirken könnte.
Nach der Rekordbeteiligung im vergangenen Jahr (61 Projekte aus 53 Kommunen) startete heute der bereits 23. Innenstadtwettbewerb »Ab in die Mitte! Die City-Offensive Sachsen«. Die Schirmherrschaft, die jährlich zwischen den Staatsministerien für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA) und Infrastruktur und Landesentwicklung (SMIL) wechselt, liegt in diesem Jahr beim SMWA.
Der sächsische Wirtschaftsminister Dirk Panter eröffnete am heutigen Tag den diesjährigen Wettbewerb in Aue-Bad Schlema (Erzgebirgskreis) und gab dort das Jahresmotto bekannt. Es lautet: »Cooler Kern statt grauer Stein«. Die sächsischen Städte und Gemeinden können nun bis zum 4. September 2026 ihre Konzepte für mehr Aufenthaltsqualität und weniger Monotonie in ihren Stadt- und Ortszentren einreichen. Die überzeugendsten Vorhaben werden am 6. November 2026 in Leipzig ausgezeichnet.
Zum Jahresmotto sagte Staatminister Dirk Panter: »Wir alle kennen Straßen, durch die man geht, von denen aber nichts in Erinnerung bleibt. Deshalb suchen wir auch 2026 wieder gute Ideen für Innenstädte, die begeistern, die cool sind und damit lebenswert für alle: Familien und Jugendliche, Einwohner und Gäste, Kultur- und Sportinteressierte, für alle Generationen. Cool kann überraschend, kreativ, unkonventionell sein. Und cool ist vor allem eines: anziehend. Wo dies spürbar wird, entsteht Leben – und der Stein verliert seinen grauen Schein. Es geht nicht darum, Bestehendes abzureißen, sondern es weiterzuentwickeln und zu beleben. Die Rekordbeteiligung im Jahr 2025 hat uns gezeigt, dass die Innenstadtbelebung in den sächsischen Kommunen eine hohe Priorität besitzt und viel Kreativität freisetzt. Wir freuen uns nun auf neue vielversprechende Konzepte aus allen Regionen Sachsens.«
Der erste Preis ist mit 60.000 Euro dotiert, die beiden zweiten Preise mitjeweils 40.000 Euro und die drei dritten Preise mit jeweils 20.000 Euro. Darüber hinaus werden Sonder- und Anerkennungspreise verliehen. Das SMWA lobt wieder den Sonderpreis »Einzelhandel« und das SMIL den simul+ Sonderpreis »Innovative Jugend« aus. Diese beiden Sonderpreise der Ministerien sind mit jeweils 15.000 Euro dotiert.
Nachdem sich die Verbraucherstimmung in Deutschland noch zu Jahresbeginn etwas verbessert hatte, trübt sie sich im März ein. Das geht aus dem aktuellen Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) hervor. Bislang konnte die Verbraucherstimmung in diesem Jahr somit nicht an Fahrt aufnehmen. Anhaltende Unsicherheiten scheinen den Optimismus der Verbraucherinnen und Verbraucher weiterhin zu dämpfen.
Bei den geplanten Konsum- und Sparaktivitäten der Verbraucher ist im Vergleich zum Vormonat keine deutliche Veränderung zu beobachten. Die Anschaffungsneigung verringert sich im Vormonatsvergleich geringfügig, so auch die Sparneigung. Eine spürbare Erholung des privaten Konsums ist daher nicht in Sicht. Dass die Verbraucherinnen und Verbraucher in den kommenden Monaten sowohl weniger in den Konsum investieren als auch weniger sparen wollen, ist auf die pessimistischeren Einkommenserwartungen zurückzuführen.
Beim Blick auf den eigenen Geldbeutel zeigt sich große Skepsis. Die Einkommenserwartungen gehen im Vergleich zum Vormonat zurück und liegen damit auf dem gleichen Niveau wie vor einem Jahr. Auch der konjunkturelle Ausblick der Verbraucherinnen und Verbraucher trübt sich leicht ein. Zwar fallen ihre Konjunkturerwartungen optimistischer aus als zum Jahreswechsel, doch im Vergleich zum Vormonat gehen sie ebenso zurück. Da der von der Bundesregierung angekündigte Aufschwung noch nicht zu spüren ist, bleiben die Unsicherheiten der Verbraucher bestehen. Dass sich die Verbraucherstimmung zum Frühling wieder verschlechtert, verpasst der Hoffnung auf eine zeitnahe Erholung des privaten Konsums einen Dämpfer. Die Verbraucherinnen und Verbraucher warten noch auf den von der Bundesregierung angestrebten Aufbruch mit spürbaren Entlastungen. Auch das etwa durch die US-Zollpolitik sehr volatile Wirtschaftsumfeld drückt auf die Stimmung der Verbraucher. In den kommenden Wochen und Monaten ist vor diesem Hintergrund nicht mit einer Stärkung von privatem Konsum und gesamtwirtschaftlichem Wachstum zu rechnen.
Mit Blick auf die Entwicklung des ifo-Geschäftsklimaindex macht der Handelsverband Deutschland (HDE) auf die anhaltend angespannte Situation der Branche und den dringenden politischen Handlungsbedarf aufmerksam. Im Einzelhandel bleibt die Stimmung nicht nur aufgrund einer vielfach schwachen Umsatzentwicklung, sondern vor allem wegen hoher Kosten eingetrübt. Der ifo-Geschäftsklimaindex für den Einzelhandel sinkt im Februar deutlich und liegt nun unter dem Vergleichsmonat des Vorjahres. Insbesondere die aktuelle Geschäftslage wird im Februar deutlich schlechter eingeschätzt, der Wert erreicht ein Fünfjahrestief.
„Die Stimmung im Einzelhandel hat sich spürbar eingetrübt. Und die Spielräume für den Konsum werden voraussichtlich auch im weiteren Jahresverlauf überschaubar bleiben“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Laut einer aktuellen HDE-Konjunkturumfrage unter knapp 600 Handelsunternehmen rechnen 49 Prozent der befragten Händlerinnen und Händler im Jahr 2026 mit Umsatzrückgängen. „Die Lage ist extrem angespannt und der versprochene Aufschwung nicht in Sicht. Was es jetzt braucht, sind Entlastungen für Unternehmen und Verbraucher“, fordert Genth. Die Bundesregierung müsse dringend Maßnahmen ergreifen, um die Binnenkonjunktur zu stützen.
Aus Sicht des HDE kommt es vor allem auf einen konsequenten und raschen Bürokratieabbau an. „Wichtig sind Entlastungen, die auch tatsächlich ankommen und spürbar sind“, so Genth weiter. Es gelte, die hohen Energiepreise durch eine Stromsteuersenkung für wirklich alle runterzubringen und bei den Sozialversicherungsbeiträgen eine dauerhafte 40-Prozent-Obergrenze festzulegen. „Zudem muss die Bundesregierung eine Einkommensteuerreform auf den Weg bringen, die für Spielräume beim Konsum sorgt“, so Genth. Auch der noch immer unfaire Wettbewerb mit Händlern und Plattformen aus Fernost dürfe nicht aus dem Blick geraten. „Das jüngst von der Europäischen Kommission gegen Shein eröffnete Verfahren ist ein ermutigendes Zeichen, kann aber nur der Anfang eines konsequenten europäischen Vorgehens gegen die massiven Wettbewerbsverzerrungen sein“, betont Genth.
Das von der Europäischen Kommission gegen Shein eröffnete Verfahren bewertet der Handelsverband Deutschland (HDE) positiv.
Der HDE setzt sich seit Jahren für ein Ende der massiven Wettbewerbsverzerrung im Online-Handel ein und fordert ein konsequentes Vorgehen gegen Händler und Plattformen aus Drittstaaten, die in Europa Regelverstöße begehen.
„Dass die Europäische Kommission nun ein Verfahren gegen Shein eröffnet, ist ein ermutigendes Zeichen für alle Händlerinnen und Händler. Die Zeit der Worte muss vorbei sein, jetzt geht es um Taten“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Das jahrelange Zuschauen, wie Händler und Plattformen aus Fernost europäische Regeln serienweise mit Füßen treten, dürfe sich nicht fortsetzen. Dieser unfaire Wettbewerb ruiniere heimische Handels- und Produktionsunternehmen, die sich an Recht und Gesetz hielten und bei denen das auch streng kontrolliert werde. „Die Verstöße müssen spürbare Folgen haben“, fordert von Preen.
Wenn die Missstände nicht konsequent und glaubhaft abgeschafft werden, darf aus Sicht des HDE auch die Abschaltung einer Plattform kein Tabu sein und muss ins Auge gefasst werden. „Die jahrelange Hilflosigkeit und Untätigkeit von Politik und Behörden untergräbt bei vielen Händlern und Produzenten in Deutschland sowie in der EU mittlerweile das Vertrauen in den Rechtsstaat“, warnt von Preen. Jetzt brauche es sichtbare und klare Signale. „Wer hierzulande Waren verkauft, muss sich zwingend auch an die hiesigen Spielregeln bei Umwelt- und Verbraucherschutz sowie bei den steuerlichen Regeln halten“, so von Preen weiter.