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Anlässlich der am 12. Februar stattfindenden informellen Klausurtagung des Europäischen Rates appelliert der Handelsverband Deutschland (HDE) in einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz, sich für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher und europäischer Unternehmen, für weniger Regulierung und die konsequente Sicherstellung eines fairen Wettbewerbs mit Händlern und Plattformen aus Drittstaaten einzusetzen.

„Die EU-Führungsspitzen müssen endlich dafür sorgen, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen deutlich erhöht. Wir brauchen jetzt einen echten Aufbruch“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Der Einzelhandel baue drauf, dass sich Bundeskanzler Friedrich Merz beim informellen Europäischen Rat in der kommenden Woche entschlossen hierfür einsetze. Wettbewerbsverzerrungen und Wachstumshemmnisse müssten endlich beseitigt werden. Dass etwa Akteure wie Temu oder Shein den europäischen Markt mit billigster, teils gefährlicher Ware fluteten, sei ein unhaltbarer Zustand. „Die fehlende Rechtsdurchsetzung hat eine massive Wettbewerbsverzerrung zur Folge. Hiesige Händler ersticken in Bürokratie und Compliance-Vorgaben, während sich Händler und Plattformen aus Drittstaaten systematisch europäischen Standards entziehen. Das darf so nicht bleiben“, betont von Preen. Es müsse zwingend ein Level Playing Field geben. „Wer sich nicht an die Regeln hält, darf auf unserem Markt nicht mitspielen. Wenn diese Plattformen Sicherheits- und Umweltstandards weiter missachten, muss als ultima ratio der Import gestoppt werden“, so von Preen weiter.

Auch in der Umsetzung der Entgelttransparenzrichtlinie sieht der HDE eine große Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit Europas. „Die Entgelttransparenzrichtlinie droht nicht nur zum bürokratischen Albtraum zu werden, sie ist ein direkter Angriff auf die bewährte Sozialpartnerschaft in Deutschland“, warnt von Preen. Bundeskanzler Friedrich Merz müsse sich daher für die unverzügliche Einleitung eines „Stop-the-Clock“-Verfahrens einsetzen. „Es gilt, das Vorhaben grundlegend neu zu denken, bevor es unsere erfolgreiche Tarifautonomie untergräbt und den Mittelstand lahmlegt“, so von Preen. Tarifverträge dürften auch in Zukunft keinesfalls durch legislative Akte unterwandert oder relativiert werden. Dies schwäche die Tarifbindung und stünde damit im krassen Widerspruch zum Ziel der Bundesregierung, die Tarifbindung wieder stärken zu wollen.

Regulierung abzubauen und zu vereinfachen, muss aus Sicht des HDE das gemeinsame Ziel der europäischen Regierungschefs sein. „Der Handel wird durch die überbordende Regulierung extrem beeinträchtigt“, so von Preen. So würde etwa die neue EmpCo-Richtlinie zur Vereinheitlichung der Nachhaltigkeitssiegel auf den Verpackungen die Vernichtung von 100 Millionen einwandfreien Produkten zur Folge haben, nur weil ausreichende Übergangsfristen fehlten. Zudem sei die Umsetzung der Gebäudeeffizienz-Richtlinie, die auch den Ausbau der Ladeinfrastruktur fördern soll, ein staatlich verordnetes Programm zur Produktion von Elektroschrott, da nur die Anzahl der Ladepunkte und nicht deren Qualität verfolgt werde.

„Der Einzelhandel ist bereit, den Aufschwung mitzugestalten. Aber dafür brauchen wir jetzt Rahmenbedingungen, die unternehmerischen Mut belohnen und nicht bestrafen. Machen Sie diese Punkte zur Chefsache“, appelliert von Preen an Bundeskanzler Friedrich Merz.

Der Sächsische Landtag hat am 4. Februar 2026 gegen den Widerstand der Wirtschaft einen Rechtsanspruch auf drei Tage Bildungsurlaub beschlossen. Der Anspruch gilt ab dem Jahr 2027.

Zum Beschluss des Bildungsurlaubs durch den Sächsischen Landtag erklärt Arbeitgeberpräsident Dr. Jörg Brückner:

„Ich bin enttäuscht, dass unsere Volksvertreter im Landtag mehrheitlich davor zurückschreckten, das Volk entscheiden zu lassen. Angesichts der aufgeheizten Debatte darüber, wie eine echte Wirtschaftswende gelingen kann, wurde damit die Chance vertan, diese Frage in einer breiten gesellschaftlichen Diskussion zu klären: Ist ein gesetzlicher Anspruch auf Bildungsurlaub wirklich vordringlich und das richtige Mittel, um unsere Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen?

Ich kann nachvollziehen, dass sich über 50.000 Unterstützer für den Volksantrag fanden. Natürlich klingt Bildungsurlaub für Ehrenamtliche auf den ersten Blick nach einer schönen Sache. Gleichzeitig bleiben jedoch die zentralen Anliegen der Unternehmen ungehört: weniger Bürokratie, mehr Netto vom Brutto für Beschäftigte, mehr Investitionen in die Infrastruktur sowie verlässliche Rahmenbedingungen, die Vollzeitbeschäftigung und Leistung wieder attraktiver machen. Dabei haben auch unsere Belegschaften ein feines Gespür für die Grundlagen unseres Wohlstands. Sie wissen sehr genau, was notwendig ist, um Arbeitsplätze zu sichern.

Gerade jetzt stehen wir vor dramatischen wirtschaftlichen Herausforderungen. Allein in den vergangenen zwei Jahren sind in Sachsen rund 17.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe verloren gegangen. In den letzten zwölf Monaten verzeichnete Sachsen durchschnittlich 80 Insolvenzen mit weit über 700 Beschäftigten – pro Monat wohlgemerkt.

Für ein erfolgreiches Volksbegehren wären 450.000 Stimmen erforderlich gewesen. Statt einer Entscheidung durch breite Beteiligung der Bevölkerung – und damit höherer demokratischer Legitimation – fiel der Beschluss nun allein im Sächsischen Landtag. Das ist bedauerlich.

Unabhängig von Wunschvorstellungen bleibt die Realität: Wir müssen uns allesamt wieder mehr anstrengen, um zu erhalten, was seit 1990 gewachsen ist. Unsere Arbeit wird niemand für uns übernehmen. Beschäftigte, Unternehmen, Politik und Ehrenamtliche sitzen dabei in einem Boot.

Wettbewerbsfähigkeit sichert und schafft Arbeitsplätze. Ohne diese Grundlage fehlen am Ende auch Politik und Vereinen die finanziellen Spielräume. Die Unternehmen werden aus dem Beschluss des Landtages nun ihre ganz eigenen Schlussfolgerungen ziehen müssen.

Lassen wir nicht zu, dass unsere Nachkommen sagen müssen, wir seien den Aufgaben unserer Zeit nicht gerecht geworden. Schon Martin Luther mahnte: ‚Dem Volk aufs Maul schauen, ihm aber nicht nach dem Munde reden.‘“

Die Rahmenbedingungen für den Konsum und den Einzelhandel bleiben auch im Jahr 2026 schwierig. Das zeigen die Einschätzungen von knapp 600 Handelsunternehmen in einer aktuellen Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Demnach rechnen in diesem Jahr 49 Prozent der Befragten mit Umsätzen unter Vorjahr. Mit Blick auf dieses Umfeld rechnet der HDE in seiner heute vorgestellten Jahresprognose für 2026 mit einem Umsatzplus von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr für den Einzelhandel in Deutschland. Um die Lage für die Handelsunternehmen zu verbessern, fordert der HDE die Politik auf, Kostentreiber wie die hohen Energiepreise abzusenken. Aber auch die Gewerkschaft ver.di sieht der Verband in der anstehenden Tarifrunde in der Verantwortung.

„Das neue Jahr beginnt für den Einzelhandel ohne richtigen Schwung. Die Verbraucherstimmung macht am aktuellen Rand zwar Hoffnung auf Besserung, verharrt aber weiterhin auf unbefriedigendem Niveau. Zu groß ist angesichts geopolitischer Konflikte und eines erratischen US-Präsidenten die Verunsicherung“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Die schlechte Stimmung in der Branche bestätigt die aktuelle HDE-Umfrage. Demnach kalkulieren 49 Prozent der Händler mit schlechteren Umsätzen als noch 2025, 29 Prozent hoffen, das Vorjahresniveau zu erreichen und nur 23 Prozent gehen von einer Steigerung aus. Angesichts der herausfordernden Rahmendaten prognostiziert der HDE für 2026 ein Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr von nominal zwei Prozent. Real bedeutet das ein Plus von einem halben Prozent. Der Online-Handel bleibt auch 2026 der Wachstumstreiber der Branche. Hier werden die Umsätze laut HDE-Prognose um nominal 4,4 Prozent zulegen, das steht für ein reales Plus von 3,5 Prozent. Die Umsätze im Einzelhandel in Deutschland werden dieses Jahr damit voraussichtlich bei 697,4 Milliarden Euro liegen, der Online-Handel wird dazu 96,3 Milliarden Euro beitragen.

„Es sieht derzeit nicht nach dem großen Aufatmen im Einzelhandel aus. Wir brauchen jetzt eine echte Aufbruchsstimmung. Da ist die Bundesregierung gefragt, mit den richtigen Maßnahmen einen Aufwärtstrend auszulösen“, so der HDE-Präsident. Die HDE-Umfrage macht deutlich, dass die Unternehmen insbesondere beim Thema Bürokratie auf Erleichterungen hoffen. 59 Prozent sehen das als Top-Thema. Insbesondere die hohen Kosten machen den Händlern Kopfschmerzen. Sowohl im Bereich Energie als auch bei den steigenden Kosten für den Faktor Arbeit ist dringende Hilfe gefordert. Von Preen: „Es braucht Entlastungen, die auch tatsächlich ankommen. Die Stromsteuer muss endlich zeitnah für alle gesenkt werden. Und bei den Sozialversicherungsbeiträgen braucht es eine dauerhafte 40-Prozent-Obergrenze.“ Was passiert, wenn die Arbeitskosten weiter steigen, wird in der HDE-Umfrage überdeutlich. Für diesen Fall gehen 77 Prozent der Befragten von negativen Beschäftigungseffekten aus. Die selbst in den schwierigen Corona-Jahren immer weiter Arbeitsplätze aufbauende Branche verlor seit 2022 bereits 60.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Der HDE warnt deshalb vor der anstehenden Tarifrunde die Gewerkschaft ver.di vor weiteren Belastungen durch unverhältnismäßige Forderungen. Die Tarifrunde im Einzelhandel beginnt im April 2026. In der Branche sind 3,1 Millionen Menschen beschäftigt. Die Tarifrunde ist damit eine der größten in Deutschland.

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Der positive Trend bei der Verbraucherstimmung hält an. Wie aus dem aktuellen Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) hervorgeht, hellt sich die Stimmung im Februar auf. Demnach klettert der Index auf den höchsten Stand seit dem Sommer vergangenen Jahres. Dennoch bleibt das Stimmungsniveau aber schwach. Abzuwarten ist nun, ob die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland auch in den kommenden Wochen von geopolitischen Turbulenzen unbeeindruckt bleiben, ihre Unsicherheit ablegen und sich der Aufwärtstrend dadurch weiter fortsetzen kann.

Die geplante Konsumaktivität der Verbraucherinnen und Verbraucher verändert sich im Vergleich zum Vormonat kaum. Ihre Kaufzurückhaltung nimmt nicht spürbar ab, vielmehr steigt die Anschaffungsneigung nur minimal. Zudem haben die Verbraucher nicht vor, weniger zu sparen. Ihre Sparneigung verbleibt nahezu auf dem Vormonatsniveau. Das gesamtwirtschaftliche und geopolitische Umfeld scheint weiterhin für Verunsicherung und den Wunsch zur Stärkung des eigenen Finanzpolsters zu sorgen. Vorbei ist allerdings die Zeit des sich abschwächenden privaten Konsums. Es ist davon auszugehen, dass er in den nächsten Monaten zunehmen wird. Bevor jedoch eine merkliche Erholung mit deutlichem Wachstum einsetzt, müssen sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen noch verbessern.

Während sich die Unternehmen zu Jahresbeginn wenig enthusiastisch zeigen und auch bei den jüngsten Konjunkturprognosen der Optimismus abnimmt, sind die Verbraucherinnen und Verbraucher zuversichtlich. Ihre Konjunkturerwartungen legen zu, sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Verbraucher blicken damit deutlich optimistischer auf die weitere gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Das spiegelt sich auch in ihren Erwartungen für die eigene Einkommenssituation wider, die sich ebenfalls erhöhen.

Die Verbraucherstimmung in Deutschland hellt sich im Februar weiter auf. Dass die Verbraucherinnen und Verbraucher Hoffnung auf eine Rückkehr des gesamtwirtschaftlichen Wachstums haben, lässt den positiven Stimmungstrend anhalten. Ihre Unsicherheit legen sie in dem aktuell noch immer volatilen Umfeld allerdings nur langsam ab. Eine spürbare Erholung des privaten Konsums ist erst dann zu erwarten, wenn die Verbraucher die Chance für einen nachhaltigen Konjunkturaufschwung sehen.

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Der letzte Montag im Januar läutet im Einzelhandel traditionell den freiwilligen Winterschlussverkauf (WSV) ein. Der Starttermin für den WSV fällt in diesem Jahr auf den 26. Januar.

Im Rahmen des Winterschlussverkaufs werden in der Regel vor allem Mode, Schuhe, Lederwaren, Heimtextilien sowie Sportbekleidung reduziert. Aber auch viele Möbelgeschäfte, Bau- und Elektronikmärkte bieten preisreduzierte Ware an.

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Die Einzelhandelsorganisation bewertet die von der Bundesregierung angestoßene Debatte über eine Abschaffung der telefonischen Krankschreibung positiv. Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist laut Handelsverband Deutschland (HDE) die mit Abstand teuerste allein von den Arbeitgebern finanzierte Sozialleistung in Deutschland. Die hohe Ausgabendynamik bei den Lohnfortzahlungskosten sowie auch den Sozialversicherungsbeiträgen habe den kritischen Wert längst überschritten.

„Die telefonische Krankschreibung muss wieder abgeschafft werden. Sie erleichtert die Krankmeldung in zu hohem Maße und öffnet damit in der Praxis Missbrauch Tür und Tor“, so HDE Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Seit Einführung der unbefristeten telefonischen Krankschreibung für gesetzlich Versicherte Ende 2023 seien die Krankschreibungen in Deutschland nachweislich stark angestiegen und hätten sich inzwischen auf einem sehr hohen Stand eingependelt. „Die Lösung liegt doch auf der Hand. Die telefonische Krankschreibung sollte abgeschafft werden. In zwei Jahren lässt sich dann evaluieren, ob sich der Krankenstand normalisiert hat“, so Genth. Auch der aktuelle Koalitionsvertrag biete dafür eine gute Grundlage, denn darin sei unter anderem geregelt, dass man Missbrauch bei der telefonischen Krankschreibung zukünftig ausschließen wolle.

Kritisch blickt der HDE auch auf die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU), die seit dem 1. Januar 2023 für Arbeitgeber in Deutschland verpflichtend ist und in der Praxis weiterhin als zu bürokratisch wahrgenommen wird. „Bei der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung könnte man bereits durch kleine Anpassungen große Entlastungen für die Unternehmen erzielen“, so Genth. Der HDE schlägt vor, das sehr aufwändige „Pull-Verfahren“, nach dem die Arbeitgeber aktuell noch die eAU von Beschäftigten jedes Mal bei der jeweiligen Krankenkasse eigenständig abfragen müssen, in ein praxistaugliches und unbürokratisches „Push-Verfahren“ zu überführen. Die jeweilige Krankenkasse müsste dem Arbeitgeber das Vorliegen der eAU dann proaktiv mitteilen. „Hier muss die Politik jetzt handeln“, fordert Genth.

Vor dem Start der Tarifrunde im deutschen Einzelhandel in diesem Frühjahr warnt der Handelsverband Deutschland (HDE) vor zu hohen Gewerkschaftsforderungen und Jobverlusten in historisch herausfordernden Zeiten für die Branche.

„Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind aktuell weiter insgesamt sehr schlecht, davon kann sich auch der Einzelhandel nicht abkoppeln. Steigende Arbeitskosten etwa durch zu hohe Tarifabschlüsse, erdrückende Bürokratie- und Regulierungslasten und weiter wachsende Sozialversicherungsabgaben sind in dieser schwierigen Lage ein regelrechter Giftcocktail, der massenhaft Arbeitsplätze im Einzelhandel gefährden kann“, so HDE-Tarifgeschäftsführer Steven Haarke. Der Handel stehe ausdrücklich zur Sozialpartnerschaft, die ein sehr hohes Gut sei. Positiv zu bewerten sei zudem der aktuelle Vorstoß von DGB-Chefin Yasmin Fahimi für ein „Bündnis für Arbeit und Innovation“ der Sozialpartner im Bundeskanzleramt. „Diese Initiative zeigt ganz deutlich, dass die Gewerkschaften die Dramatik der Lage für den Wirtschaftsstandort Deutschland inzwischen auch erkannt haben“, so Haarke.

Wichtig ist aus Sicht des HDE aber vor allem, dass alle Akteure auch die verfassungsrechtlich geschützte Tarifautonomie wieder mehr in den Fokus nehmen. „Die Steigerungen des gesetzlichen Mindestlohns fressen sich immer tiefer in die Tarifwerke hinein. Das wird zunehmend zu einer schweren Hypothek für die Tarifvertragswerke aller Branchen“, betont Haarke. Vor dem Start der diesjährigen Tarifrunden im Einzelhandel mit mehr als 3,1 Millionen Beschäftigten warne der HDE daher eindringlich davor, durch zu hohe gewerkschaftliche Lohn- und Gehaltsforderungen eine Erwartungshaltung bei den Beschäftigten zu erzeugen, die dem Realitätscheck am Ende nicht standhalte. Der letzte Tarifabschluss hat den Beschäftigten im Einzelhandel über die Laufzeit von 2023 bis 2025 insgesamt 14 Prozent Gehaltserhöhung eingebracht und damit nachweislich auch einen satten Reallohngewinn. „Damals haben wir hoch ins Regal gegriffen und das in extrem schwierigen Zeiten für die Branche“, so Haarke weiter. Diese Tariflohnsteigerung ist in Anbetracht der aktuellen Wirtschaftslage und der steigenden Kosten für viele Arbeitgeber im Handel kaum zu schultern. „Es besteht in diesem Jahr kaum noch Verteilungsspielraum, ansonsten drohen massenhaft Jobverluste in der Branche. Die Gewerkschaft ist nun in der Verantwortung, der Branche keinen irreversiblen Schaden zuzufügen“, so Haarke weiter.

Deutschland bewegt sich auf einen neuen Höchststand bei den Arbeitslosenzahlen zu. So waren im Dezember 2025 nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sogar wieder 2,9 Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos. Auch im Einzelhandel waren die Beschäftigungszahlen erstmals wieder rückläufig. So hat die Branche seit 2022 nach einer aktuellen Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit mehr als 60.000 sozialversicherungspflichtige Jobs verloren. „Das dürfte leider noch nicht das Ende der Fahnenstange sein“, so Haarke.

Die Tarifrunde im Einzelhandel beginnt im April 2026. In der Branche sind 3,1 Millionen Menschen beschäftigt. Die Tarifrunde ist damit eine der größten in Deutschland.

Kommunen und Wirtschaft im Freistaat Sachsen ziehen an einem Strang: In der Allianz für Sachsen fordern führende Organisationen von Wirtschaft und kommunaler Ebene die Sächsische Staatsregierung auf, zügig eine umfassende Reformagenda umzusetzen. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Sachsen deutlich zu erhöhen und zugleich die Handlungsfähigkeit der Kommunen dauerhaft zu sichern.

Das hierzu erarbeitete Positionspapier benennt konkrete Maßnahmen unter anderem in den Bereichen Bürokratieabbau, Kommunalfinanzen, Fachkräftesicherung, Bildung, Infrastruktur, Digitalisierung und Energie. Zugleich lädt die Allianz Ministerpräsident Michael Kretschmer und das Kabinett zu einem verbindlichen Dialog über Umsetzung und Zeitplan ein.

Die Allianz für Sachsen, darunter die Vereinigung der sächsischen Wirtschaft (VSW) als Dachverband der Arbeitgeberverbände in Sachsen, versteht sich als konstruktiver und verlässlicher Partner der Staatsregierung. Sie ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und aktiv an der Umsetzung der Reformen mitzuwirken.

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Nachdem die Verbraucherstimmung im Dezember 2025 das Jahr mit dem tiefsten Stand seit einem Jahr beendet hat, beginnt das neue Jahr 2026 mit einer leichten Stimmungsaufhellung. Das zeigt das aktuelle Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Demnach klettert der Index im Januar etwas. Die Stimmung der Verbraucherinnen und Verbraucher ist damit besser als vor einem Jahr. Die Kaufzurückhaltung bleibt jedoch bestehen.

Im Anschluss an das Weihnachtsgeschäft überwiegt zu Jahresbeginn die Kaufzurückhaltung bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Ihre Anschaffungsneigung sinkt im Vergleich zum Vormonat, gleichzeitig steigt ihre Sparneigung. Es zeigt sich somit eine Verlagerung vom Konsumieren hin zum Sparen. In den kommenden Wochen scheinen die Verbraucher ein Finanzpolster aufbauen zu wollen, sodass kein größeres Wachstum beim privaten Konsum zu erwarten ist. Ablegen werden die Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Zurückhaltung voraussichtlich erst, wenn sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen deutlich verbessern.

Hoffnung macht daher, dass die Verbraucher etwas optimistischer auf die kommende Konjunkturentwicklung blicken. Ihre Konjunkturerwartungen hellen sich im Vergleich zum Vormonat auf und fallen sogar besser aus als vor einem Jahr. Positiv schauen die Verbraucherinnen und Verbraucher auch auf die weitere Entwicklung der eigenen Einkommenssituation. In finanzieller Hinsicht starten sie positiv in das neue Jahr. Das Jahr 2026 ist mit der Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Aufschwung verbunden. Das zeigt sich auch in der Entwicklung der Verbraucherstimmung in Deutschland. Die Verbraucherinnen und Verbraucher sind insgesamt optimistischer als vor einem Jahr. Noch bestehen allerdings große Unsicherheiten, die zu einer anhaltenden Kaufzurückhaltung führen können. Daher ist die Bundesregierung gefragt, ihre politischen Vorhaben umzusetzen und für nachhaltiges Wachstum zu sorgen. Das ist die Voraussetzung für eine Erholung des privaten Konsums.

Das neue Jahr 2026 startet für den Einzelhandel angespannt. Weiter steigende Kosten und eine zurückhaltende Nachfrage bestimmen das Handelsbild. Der im vergangenen Jahr ausgebliebene wirtschaftliche Aufschwung und die noch immer verhaltene Verbraucherstimmung sorgen laut Handelsverband Deutschland (HDE) für Unsicherheit in der Branche. Für das neue Jahr fordert der Handel von der Bundesregierung klare Weichenstellungen für eine spürbare wirtschaftspolitische Wende.

„Das Jahr 2026 muss ein Jahr der Reformen werden. Die Bundesregierung hat die richtigen Themen bereits auf der Agenda. Jetzt geht es um die mutige und entschlossene Umsetzung, damit die angekündigten Entlastungen rasch in den Unternehmen und in den Haushalten ankommen“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Im Einzelhandel überwiege nach dem Jahreswechsel die Enttäuschung, sowohl mit Blick auf das zurückliegende Weihnachtsgeschäft als auch auf die ersten Monate der neuen Bundesregierung. „Der Regierungswechsel hat leider nur kurz für eine Aufbruchsstimmung gesorgt. Heute ist davon nichts mehr zu spüren. Es fehlen überzeugende Antworten auf die gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen“, so von Preen.

Der HDE warnt davor, Strukturreformen wie den Bürokratieabbau aus dem Blick zu verlieren. „Der Handel setzt darauf, dass die Bundesregierung wie versprochen bürokratische Hürden abbaut. Die Händlerinnen und Händler sollten sich wieder auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren können. Dafür brauchen sie Entlastungen“, betont von Preen. Ein Beitrag zum Bürokratieabbau und zur Stärkung der Tarifbindung wäre etwa, das Entgelttransparenzgesetz so umzusetzen, dass tarifgebundene und tarifanwendende Unternehmen von der Dokumentationspflicht befreit werden. „Das wäre ein echter Schritt, die Sozialpartnerschaft zu stärken“, so von Preen.

Auch unter den Verbrauchern müsse die Bundesregierung für Zuversicht sorgen. „Schaut man auf die Verbraucherstimmung in Deutschland, war 2025 ein verlorenes Jahr. Sie lag zuletzt auf dem unbefriedigenden Niveau, auf dem sie in das vergangene Jahr gestartet ist. Das ist besorgniserregend“, warnt von Preen. Hier müsse die Bundesregierung im Jahr 2026 ansetzen und Wirtschaft sowie Verbrauchern mit klaren Signalen zeigen, dass auf sie Verlass ist.