News-Übersicht Februar 2026

Anlässlich der am 12. Februar stattfindenden informellen Klausurtagung des Europäischen Rates appelliert der Handelsverband Deutschland (HDE) in einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz, sich für die Wettbewerbsfähigkeit deutscher und europäischer Unternehmen, für weniger Regulierung und die konsequente Sicherstellung eines fairen Wettbewerbs mit Händlern und Plattformen aus Drittstaaten einzusetzen.

„Die EU-Führungsspitzen müssen endlich dafür sorgen, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen deutlich erhöht. Wir brauchen jetzt einen echten Aufbruch“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Der Einzelhandel baue drauf, dass sich Bundeskanzler Friedrich Merz beim informellen Europäischen Rat in der kommenden Woche entschlossen hierfür einsetze. Wettbewerbsverzerrungen und Wachstumshemmnisse müssten endlich beseitigt werden. Dass etwa Akteure wie Temu oder Shein den europäischen Markt mit billigster, teils gefährlicher Ware fluteten, sei ein unhaltbarer Zustand. „Die fehlende Rechtsdurchsetzung hat eine massive Wettbewerbsverzerrung zur Folge. Hiesige Händler ersticken in Bürokratie und Compliance-Vorgaben, während sich Händler und Plattformen aus Drittstaaten systematisch europäischen Standards entziehen. Das darf so nicht bleiben“, betont von Preen. Es müsse zwingend ein Level Playing Field geben. „Wer sich nicht an die Regeln hält, darf auf unserem Markt nicht mitspielen. Wenn diese Plattformen Sicherheits- und Umweltstandards weiter missachten, muss als ultima ratio der Import gestoppt werden“, so von Preen weiter.

Auch in der Umsetzung der Entgelttransparenzrichtlinie sieht der HDE eine große Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit Europas. „Die Entgelttransparenzrichtlinie droht nicht nur zum bürokratischen Albtraum zu werden, sie ist ein direkter Angriff auf die bewährte Sozialpartnerschaft in Deutschland“, warnt von Preen. Bundeskanzler Friedrich Merz müsse sich daher für die unverzügliche Einleitung eines „Stop-the-Clock“-Verfahrens einsetzen. „Es gilt, das Vorhaben grundlegend neu zu denken, bevor es unsere erfolgreiche Tarifautonomie untergräbt und den Mittelstand lahmlegt“, so von Preen. Tarifverträge dürften auch in Zukunft keinesfalls durch legislative Akte unterwandert oder relativiert werden. Dies schwäche die Tarifbindung und stünde damit im krassen Widerspruch zum Ziel der Bundesregierung, die Tarifbindung wieder stärken zu wollen.

Regulierung abzubauen und zu vereinfachen, muss aus Sicht des HDE das gemeinsame Ziel der europäischen Regierungschefs sein. „Der Handel wird durch die überbordende Regulierung extrem beeinträchtigt“, so von Preen. So würde etwa die neue EmpCo-Richtlinie zur Vereinheitlichung der Nachhaltigkeitssiegel auf den Verpackungen die Vernichtung von 100 Millionen einwandfreien Produkten zur Folge haben, nur weil ausreichende Übergangsfristen fehlten. Zudem sei die Umsetzung der Gebäudeeffizienz-Richtlinie, die auch den Ausbau der Ladeinfrastruktur fördern soll, ein staatlich verordnetes Programm zur Produktion von Elektroschrott, da nur die Anzahl der Ladepunkte und nicht deren Qualität verfolgt werde.

„Der Einzelhandel ist bereit, den Aufschwung mitzugestalten. Aber dafür brauchen wir jetzt Rahmenbedingungen, die unternehmerischen Mut belohnen und nicht bestrafen. Machen Sie diese Punkte zur Chefsache“, appelliert von Preen an Bundeskanzler Friedrich Merz.

Der Sächsische Landtag hat am 4. Februar 2026 gegen den Widerstand der Wirtschaft einen Rechtsanspruch auf drei Tage Bildungsurlaub beschlossen. Der Anspruch gilt ab dem Jahr 2027.

Zum Beschluss des Bildungsurlaubs durch den Sächsischen Landtag erklärt Arbeitgeberpräsident Dr. Jörg Brückner:

„Ich bin enttäuscht, dass unsere Volksvertreter im Landtag mehrheitlich davor zurückschreckten, das Volk entscheiden zu lassen. Angesichts der aufgeheizten Debatte darüber, wie eine echte Wirtschaftswende gelingen kann, wurde damit die Chance vertan, diese Frage in einer breiten gesellschaftlichen Diskussion zu klären: Ist ein gesetzlicher Anspruch auf Bildungsurlaub wirklich vordringlich und das richtige Mittel, um unsere Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen?

Ich kann nachvollziehen, dass sich über 50.000 Unterstützer für den Volksantrag fanden. Natürlich klingt Bildungsurlaub für Ehrenamtliche auf den ersten Blick nach einer schönen Sache. Gleichzeitig bleiben jedoch die zentralen Anliegen der Unternehmen ungehört: weniger Bürokratie, mehr Netto vom Brutto für Beschäftigte, mehr Investitionen in die Infrastruktur sowie verlässliche Rahmenbedingungen, die Vollzeitbeschäftigung und Leistung wieder attraktiver machen. Dabei haben auch unsere Belegschaften ein feines Gespür für die Grundlagen unseres Wohlstands. Sie wissen sehr genau, was notwendig ist, um Arbeitsplätze zu sichern.

Gerade jetzt stehen wir vor dramatischen wirtschaftlichen Herausforderungen. Allein in den vergangenen zwei Jahren sind in Sachsen rund 17.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe verloren gegangen. In den letzten zwölf Monaten verzeichnete Sachsen durchschnittlich 80 Insolvenzen mit weit über 700 Beschäftigten – pro Monat wohlgemerkt.

Für ein erfolgreiches Volksbegehren wären 450.000 Stimmen erforderlich gewesen. Statt einer Entscheidung durch breite Beteiligung der Bevölkerung – und damit höherer demokratischer Legitimation – fiel der Beschluss nun allein im Sächsischen Landtag. Das ist bedauerlich.

Unabhängig von Wunschvorstellungen bleibt die Realität: Wir müssen uns allesamt wieder mehr anstrengen, um zu erhalten, was seit 1990 gewachsen ist. Unsere Arbeit wird niemand für uns übernehmen. Beschäftigte, Unternehmen, Politik und Ehrenamtliche sitzen dabei in einem Boot.

Wettbewerbsfähigkeit sichert und schafft Arbeitsplätze. Ohne diese Grundlage fehlen am Ende auch Politik und Vereinen die finanziellen Spielräume. Die Unternehmen werden aus dem Beschluss des Landtages nun ihre ganz eigenen Schlussfolgerungen ziehen müssen.

Lassen wir nicht zu, dass unsere Nachkommen sagen müssen, wir seien den Aufgaben unserer Zeit nicht gerecht geworden. Schon Martin Luther mahnte: ‚Dem Volk aufs Maul schauen, ihm aber nicht nach dem Munde reden.‘“

Die Rahmenbedingungen für den Konsum und den Einzelhandel bleiben auch im Jahr 2026 schwierig. Das zeigen die Einschätzungen von knapp 600 Handelsunternehmen in einer aktuellen Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Demnach rechnen in diesem Jahr 49 Prozent der Befragten mit Umsätzen unter Vorjahr. Mit Blick auf dieses Umfeld rechnet der HDE in seiner heute vorgestellten Jahresprognose für 2026 mit einem Umsatzplus von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr für den Einzelhandel in Deutschland. Um die Lage für die Handelsunternehmen zu verbessern, fordert der HDE die Politik auf, Kostentreiber wie die hohen Energiepreise abzusenken. Aber auch die Gewerkschaft ver.di sieht der Verband in der anstehenden Tarifrunde in der Verantwortung.

„Das neue Jahr beginnt für den Einzelhandel ohne richtigen Schwung. Die Verbraucherstimmung macht am aktuellen Rand zwar Hoffnung auf Besserung, verharrt aber weiterhin auf unbefriedigendem Niveau. Zu groß ist angesichts geopolitischer Konflikte und eines erratischen US-Präsidenten die Verunsicherung“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Die schlechte Stimmung in der Branche bestätigt die aktuelle HDE-Umfrage. Demnach kalkulieren 49 Prozent der Händler mit schlechteren Umsätzen als noch 2025, 29 Prozent hoffen, das Vorjahresniveau zu erreichen und nur 23 Prozent gehen von einer Steigerung aus. Angesichts der herausfordernden Rahmendaten prognostiziert der HDE für 2026 ein Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorjahr von nominal zwei Prozent. Real bedeutet das ein Plus von einem halben Prozent. Der Online-Handel bleibt auch 2026 der Wachstumstreiber der Branche. Hier werden die Umsätze laut HDE-Prognose um nominal 4,4 Prozent zulegen, das steht für ein reales Plus von 3,5 Prozent. Die Umsätze im Einzelhandel in Deutschland werden dieses Jahr damit voraussichtlich bei 697,4 Milliarden Euro liegen, der Online-Handel wird dazu 96,3 Milliarden Euro beitragen.

„Es sieht derzeit nicht nach dem großen Aufatmen im Einzelhandel aus. Wir brauchen jetzt eine echte Aufbruchsstimmung. Da ist die Bundesregierung gefragt, mit den richtigen Maßnahmen einen Aufwärtstrend auszulösen“, so der HDE-Präsident. Die HDE-Umfrage macht deutlich, dass die Unternehmen insbesondere beim Thema Bürokratie auf Erleichterungen hoffen. 59 Prozent sehen das als Top-Thema. Insbesondere die hohen Kosten machen den Händlern Kopfschmerzen. Sowohl im Bereich Energie als auch bei den steigenden Kosten für den Faktor Arbeit ist dringende Hilfe gefordert. Von Preen: „Es braucht Entlastungen, die auch tatsächlich ankommen. Die Stromsteuer muss endlich zeitnah für alle gesenkt werden. Und bei den Sozialversicherungsbeiträgen braucht es eine dauerhafte 40-Prozent-Obergrenze.“ Was passiert, wenn die Arbeitskosten weiter steigen, wird in der HDE-Umfrage überdeutlich. Für diesen Fall gehen 77 Prozent der Befragten von negativen Beschäftigungseffekten aus. Die selbst in den schwierigen Corona-Jahren immer weiter Arbeitsplätze aufbauende Branche verlor seit 2022 bereits 60.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Der HDE warnt deshalb vor der anstehenden Tarifrunde die Gewerkschaft ver.di vor weiteren Belastungen durch unverhältnismäßige Forderungen. Die Tarifrunde im Einzelhandel beginnt im April 2026. In der Branche sind 3,1 Millionen Menschen beschäftigt. Die Tarifrunde ist damit eine der größten in Deutschland.

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Der positive Trend bei der Verbraucherstimmung hält an. Wie aus dem aktuellen Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) hervorgeht, hellt sich die Stimmung im Februar auf. Demnach klettert der Index auf den höchsten Stand seit dem Sommer vergangenen Jahres. Dennoch bleibt das Stimmungsniveau aber schwach. Abzuwarten ist nun, ob die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland auch in den kommenden Wochen von geopolitischen Turbulenzen unbeeindruckt bleiben, ihre Unsicherheit ablegen und sich der Aufwärtstrend dadurch weiter fortsetzen kann.

Die geplante Konsumaktivität der Verbraucherinnen und Verbraucher verändert sich im Vergleich zum Vormonat kaum. Ihre Kaufzurückhaltung nimmt nicht spürbar ab, vielmehr steigt die Anschaffungsneigung nur minimal. Zudem haben die Verbraucher nicht vor, weniger zu sparen. Ihre Sparneigung verbleibt nahezu auf dem Vormonatsniveau. Das gesamtwirtschaftliche und geopolitische Umfeld scheint weiterhin für Verunsicherung und den Wunsch zur Stärkung des eigenen Finanzpolsters zu sorgen. Vorbei ist allerdings die Zeit des sich abschwächenden privaten Konsums. Es ist davon auszugehen, dass er in den nächsten Monaten zunehmen wird. Bevor jedoch eine merkliche Erholung mit deutlichem Wachstum einsetzt, müssen sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen noch verbessern.

Während sich die Unternehmen zu Jahresbeginn wenig enthusiastisch zeigen und auch bei den jüngsten Konjunkturprognosen der Optimismus abnimmt, sind die Verbraucherinnen und Verbraucher zuversichtlich. Ihre Konjunkturerwartungen legen zu, sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Verbraucher blicken damit deutlich optimistischer auf die weitere gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Das spiegelt sich auch in ihren Erwartungen für die eigene Einkommenssituation wider, die sich ebenfalls erhöhen.

Die Verbraucherstimmung in Deutschland hellt sich im Februar weiter auf. Dass die Verbraucherinnen und Verbraucher Hoffnung auf eine Rückkehr des gesamtwirtschaftlichen Wachstums haben, lässt den positiven Stimmungstrend anhalten. Ihre Unsicherheit legen sie in dem aktuell noch immer volatilen Umfeld allerdings nur langsam ab. Eine spürbare Erholung des privaten Konsums ist erst dann zu erwarten, wenn die Verbraucher die Chance für einen nachhaltigen Konjunkturaufschwung sehen.

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