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Die heute von der Bundesregierung vorgestellten Ergebnisse des Koalitionsausschusses setzen aus Sicht des Handelsverbandes Deutschland (HDE) wichtige Signale für die Wirtschaft. Positiv bewertet der HDE insbesondere, dass auf eine Erhöhung der Mehrwertsteuer verzichtet werden soll. Gleichzeitig bleibt bei den angekündigten Maßnahmen noch Luft nach oben.

Die Pläne zur Entlastung der Verbraucherinnen und Verbraucher im Rahmen der Einkommenssteuer bewertet der HDE als Schritt in die richtige Richtung. Das vorgesehene Volumen dürfte allerdings nicht ausreichen, um den privaten Konsum spürbar zu beleben. Dass die Bundesregierung zugleich auf eine Erhöhung der Mehrwertsteuer verzichtet, sendet dagegen ein wichtiges Signal für Verbraucher und Unternehmen. „Die vorgestellten Reformen enthalten aus Sicht des Einzelhandels wichtige und richtige Ansätze, auch wenn sie hinter den Erwartungen an einen großen wirtschaftspolitischen Impuls zurückbleiben. Gerade bei den Entlastungen werden die Auswirkungen auf den Konsum vermutlich überschaubar sein“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Positiv bewertet der HDE zudem die geplante Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. „Das haben wir jahrelang gefordert und war überfällig. Auch die Ausweitung der sachgrundlosen Befristung nunmehr auf eine Maximaldauer von 48 Monaten sowie den Wegfall des Schriftformerfordernisses bei Befristungen ab 2027 befürworten wir. Umso bedauerlicher ist es, dass die notwendige Flexibilisierung der Arbeitszeit im heutigen Paket nicht enthalten ist. Ein Wechsel hin zur wöchentlichen Höchstarbeitszeit direkt im Arbeitszeitgesetz wäre sehr wichtig gewesen“, so Genth.

Mit Blick auf die Vorschläge der Alterssicherungskommission warnt der HDE zudem vor Einschränkungen bei den Minijobs. „Minijobs sind bei den Menschen sehr beliebt und für den Handel mit Blick auf die branchentypischen Stoßzeiten operativ von großer Bedeutung. Die von der Alterssicherungskommission empfohlene de facto Abschaffung der Minijobs lehnen wir ab, die vorgesehene Ausnahme für Schüler greift zu kurz. Mindestens Studierende sowie Rentnerinnen und Rentner müssten ebenfalls ausgenommen werden“, fordert Genth.

Auch die angekündigten Maßnahmen zum Bürokratieabbau bewertet der HDE positiv. Ein wirksames Berichtsentlastungsgesetz mit dem Abbau von Berichts- und Dokumentationspflichten könne Unternehmen spürbar entlasten. „Entscheidend ist jetzt, dass die angekündigten Vorhaben schnell umgesetzt werden. Viele der bislang angekündigten Entlastungen sind im Unternehmensalltag noch nicht angekommen“, betont Genth.

Aus Sicht des HDE muss die Bundesregierung den eingeschlagenen Kurs nun konsequent fortsetzen. Dazu gehören insbesondere eine Rückführung und auch dauerhafte Deckelung der Lohnnebenkosten bei 40 Prozent. Außerdem braucht es eine Senkung der Stromsteuer für alle Unternehmen. „Gerade angesichts der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Lage braucht es weitere Maßnahmen, um den Standort Deutschland zu stärken und den Konsum nachhaltig anzukurbeln“, so Genth.

Seit dem 1. Juli 2026 gelten die neuen EU-Zollgebühren für Pakete aus Drittstaaten. Für Warensendungen mit einem Warenwert von unter 150 Euro werden künftig je nach Warenkategorie drei Euro Gebühren erhoben.

„Das ist ein wichtiges Signal und ein großer Schritt. Wir haben uns seit rund drei Jahren für diese Maßnahme eingesetzt und werten die Einführung der Gebühr als klaren Erfolg. Die neue Regelung allein wird jedoch nicht verhindern, dass weiterhin unsichere Produkte, falsch deklarierte Waren oder Verstöße gegen europäische Verbraucher-, Umwelt- und Produktsicherheitsstandards auf den Binnenmarkt gelangen. Die Zollgebühr gleicht lediglich einen finanziellen Wettbewerbsnachteil aus, sie kann eine wirksame Marktüberwachung nicht ersetzen. Hier besteht nach wie vor erheblicher Handlungsbedarf“, so der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp.

Abhilfe schaffen soll der EU-weit geplante Customs Data Hub. Der Start des Hubs ist jedoch erst für das Jahr 2028 vorgesehen. „Wir brauchen den Customs Data Hub deutlich früher als bislang vorgesehen. Importeure und Onlinehändler aus Drittstaaten sollten ihre Zolldaten zentral und einheitlich bereitstellen müssen, damit Auffälligkeiten bei Warenwerten, Sendungsmengen oder Herkunftsangaben schneller erkannt werden können. Angesichts von täglich rund zwölf Millionen Paketen, die allein Temu und Shein in die Europäische Union liefern, ist ein Start erst im Jahr 2028 nicht ausreichend“, erklärt Tromp.

„Darüber hinaus muss klar sein, dass jeder Händler und jede Plattform aus Drittstaaten einen finanziell leistungsfähigen und tatsächlich erreichbaren Repräsentanten innerhalb der EU haben muss. Nur so können Verstöße wirksam sanktioniert und die Einhaltung europäischer Vorschriften sichergestellt werden“, so Tromp.

Um die Verbraucherinnen und Verbraucher weiter zu schützen und einen fairen Wettbewerb zu ermöglich, fordert Tromp: „Wer sich dauerhaft nicht an die Regeln hält, darf daraus keinen Wettbewerbsvorteil ziehen. Deshalb muss im äußersten Fall auch die Sperrung von Plattformen oder Händlern möglich sein, die wiederholt gegen geltendes Recht verstoßen. Sanktionen entfalten nur dann Wirkung, wenn sie glaubwürdig sind und bei Regelverstößen konsequent angewendet werden. Erst dann können faire Wettbewerbsbedingungen dauerhaft gewährleistet werden.“

Der Einzelhandel in Deutschland steht unter großem wirtschaftlichem Druck. Seit 2022 hat die Branche mehr als 70.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse verloren, seit 2015 mussten bundesweit über 70.000 Geschäfte endgültig schließen. Steigende Energie-, Miet-, Logistik- und Personalkosten, Bürokratie sowie wachsende regulatorische Anforderungen belasten die Händler massiv. Die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung bewerten sie mit der Schulnote fünf sehr kritisch. Das zeigt eine HDE-Umfrage unter 600 Händlern. Mit Blick auf den Koalitionsausschuss am 1. Juli fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) die Bundesregierung zu raschen und mutigen Reformen auf.

„Der Handel erwartet von der Politik mehr Tatkraft, mehr Tempo und vor allem spürbare Entlastungen. Die anstehenden Reformen müssen in ihrer Gesamtheit zur Überwindung der Wirtschaftskrise, zur Stabilisierung der Sozialsysteme und zu mehr Investitionen in Deutschland führen“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Viele angekündigte Maßnahmen würden nicht oder zu langsam umgesetzt. Gleichzeitig stiegen die Belastungen durch Steuern, Energiepreise, Löhne und Bürokratie weiter an.

Der HDE fordert daher in einem Papier zum Koalitionsausschuss wirksame Reformen. „Es braucht weniger Bürokratie. Auskunfts- und Berichtspflichten müssen abgeschafft werden. Gleichzeitig muss der Wettbewerb fair sein. Player aus dem fernen Osten wie Temu oder Shein unterlaufen unsere Regelungen und verschaffen sich unfaire Vorteile. Das muss sich endlich spürbar ändern“ so von Preen. Zudem setzt sich der HDE für eine Stärkung der Kaufkraft und niedrigere Unternehmenskosten ein. Die Einkommensteuer soll spürbar gesenkt und der Tarif abgeflacht werden. „Entlastungen müssen nicht nur bei den unteren Einkommen, sondern auch in der breiten Mittelschicht und bei den Personenunternehmen ankommen“, so der HDE-Präsident. Darüber hinaus fordert der HDE dauerhaft niedrigere Energiekosten für alle. Die zuletzt diskutierte Anhebung der Mehrwertsteuer von 19 auf 21 Prozent zur Gegenfinanzierung möglicher Einkommensteuersenkungen lehnt der HDE strikt ab. „Der private Konsum befindet sich bereits in einer Schockstarre und der Einzelhandel hat nach sechs Jahren ohne reales Wachstum keine Puffer mehr“, mahnt von Preen.

Auch auf dem Arbeitsmarkt sieht der HDE größeren Reformbedarf. „Die Kosten für den Faktor Arbeit dürfen nicht weiter ansteigen, versicherungs-fremde Leistungen sind konsequent zu hinterfragen. Wichtig ist zudem, dass die Reformen in der Krankenkasse, Pflege und Rente konsistent bleiben und sich nicht widersprechen. Die von der Alterssicherungskommission empfohlene de facto Abschaffung der Minijobs lehnen wir entschieden ab – das ist ein Irrweg. Zumindest müssten neben Schülern zwingend auch Studenten und Rentner ausgenommen werden. Minijobs sind für die Branche wichtig, um Stoßzeiten abzudecken, und bei den Beschäftigten beliebt. Durch die neue Abgabenlast würden ehemalige Minijobber entweder deutlich weniger verdienen oder für das gleiche Netto mehr arbeiten müssen“, so von Preen weiter. Das sei kaum vermittelbar und für die Unternehmen operativ nicht sinnvoll. Nötig sei jetzt entschlossenes und zielgerichtetes Handeln – jedes Zögern bringe die Wirtschaft in noch schwierigeres Fahrwasser.

Die Forderungen des HDE finden Sie unter www.einzelhandel.de/koalition

In der zweiten Tarifrunde für die Beschäftigten im mitteldeutschen Einzelhandel wurde am heutigen Freitag, den 26. Juni 2026, in Leipzig keine Einigung zwischen den Tarifparteien erzielt.

Nach einem überaus intensiven 9-stündigen Austausch unterbreitete die Arbeitgeberseite der Gewerkschaft trotz der extrem schwierigen wirtschaftlichen Gesamtumstände in der 2. Verhandlungsrunde als erstes Tarifgebiet im Einzelhandel in Deutschland ein neues Angebot über eine Laufzeit von 24 Monaten mit einem Gehaltsplus von 4,4 % in zwei Stufen. Die Gewerkschaft ver.di konnte sich diesem Angebot jedoch trotz aller Bemühungen der Arbeitgeber nicht nähern und war nicht bereit, verbindlich auf Basis des Angebotes der Arbeitgeberseite über einen Tarifabschluss zu sprechen. Vielmehr ließ die Gewerkschaft die Arbeitgeber über die konkreten Möglichkeiten eines Tarifabschlusses im Ungewissen.

Die Arbeitgeberseite signalisierte am heutigen Tag unmissverständlich Abschlussbereitschaft und zeigte große Kompromissbereitschaft. Die historische Chance, erstmalig in den neuen Bundesländern einen Pilotabschluss zu vereinbaren, blieb jedoch leider ungenutzt. Tarifverhandlungen setzen neben dem notwendigen Realitätssinn Flexibilität und Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten voraus. Diese Attribute konnte die Arbeitgeberseite am heutigen Tag jedoch bei der Gewerkschaft nicht im notwendigen Umfang erkennen, so dass die Arbeitnehmer weiterhin auf die Vereinbarung einer Entgeltsteigerung warten müssen.

Ein Folgetermin wurde für den 19. August 2026 vereinbart.

Frisch, regional, modern und "Generationenfreundlich Ausgezeichnet" präsentiert sich der neue EDEKA Markt Weßel in Frohburg. Mit großer Freude übernahm die Familie Weßel das Zertifikat von Jörg Vulturius vom Handelsverband Sachsen, welches die besondere Anerkennung für eine hohe Qualität und Kundenfreundlichkeit eines Einzelhandelsunternehmens widerspiegelt. Das bundesweit vom Handelsverband getragene Siegel bescheinigt Geschäften, dass sie in punkto Servicequalität, Produktauswahl und Beratung die Anforderungen von Kunden aller Generationen vorbildlich erfüllen, um so den demografischen Wandel aktiv zu gestalten. So ist in den ausgezeichneten Geschäften für Menschen aller Altersgruppen, seien es Familien, Singles oder Menschen mit Handicap ein komfortables und vor allem möglichst barrierearmes Einkaufen möglich.

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Der Handelsverband Deutschland (HDE) und seine Landesverbände warnen vor den Plänen zur Abschaffung der Minijobs im Rahmen der Rentenreform. „Es ist richtig und wichtig, dass die Rentenkommission Wege sucht, die Sozialversicherungen und damit auch die Lohnnebenkosten zu stabilisieren und zu senken. Die weitgehende Abschaffung der Minijobs ist dabei aber ein gefährlicher Irrweg. Das vernichtet hunderttausende Jobs im Einzelhandel. Denn viele Minijobber können beispielsweise wegen fehlender Möglichkeiten zur Kinderbetreuung gar nicht Vollzeit arbeiten. Und auch für viele Rentner und Studenten würde das ein wichtiges Standbein ihrer Alltagsfinanzierung wegschlagen“, mahnt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Auch aus Sicht der Handelsunternehmen wäre die Entscheidung fatal. „Minijobs ermöglichen es den Händlern, Personal flexibel einzusetzen und die branchentypischen Stoßzeiten abzufedern. Es kann nicht das Ziel sein, Arbeitnehmer und Unternehmen in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Lage zusätzlich zu belasten“, betont Genth. Zudem verweist der HDE auf Widersprüche zu den aktuellen Reformvorhaben in der Kranken- und Pflegeversicherung. Die dort vorgesehenen Änderungen würden die allein arbeitgeberfinanzierte Pauschalabgabe für Minijobber auf einen Schlag um mehr als acht Prozentpunkte auf nahezu 40 Prozent erhöhen. Nach Berechnungen der Bundesregierung würden dadurch zusätzliche Einnahmen von mehr als 3,1 Milliarden Euro pro Jahr erzielt, die zur Stabilisierung der Sozialversicherungssysteme benötigt würden. „Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie die vorgeschlagene Abschaffung der Minijobs gegenfinanziert werden soll. Gleichzeitig würde die Einbeziehung von Beschäftigten mit sehr geringen Einkommen in die Beitragspflicht einen erheblichen zusätzlichen Verwaltungsaufwand verursachen, ohne dass nennenswerte Mehreinnahmen für die Sozialversicherung zu erwarten wären“, so Genth.

Allein im Einzelhandel arbeiten derzeit 800.000 Minijobber. „Damit gilt es verantwortungsvoll umzugehen. Die Vorschläge der Rentenkommission dazu sind nicht zu Ende gedacht“, schließt Genth. Dieser Befund gilt auch für die Empfehlung der Kommission für eine paritätisch finanzierte Kapitalrente unter dem Dach der gesetzlichen Rentenversicherung. Das sehen wir mit Blick auf die Beitragssteigerungen sehr kritisch. Damit würden die Beiträge zur Rente um weitere 2 Prozent „on top“ steigen, das wäre pures Gift für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Mehr Kapitaldeckung in der Alterssicherung ist prinzipiell richtig, die hier vorgeschlagene Lösung ist aber nicht nachvollziehbar. In dieser Form gleicht das eher einer verpflichtenden betrieblichen Altersvorsorge, die dann über die gesetzliche Rentenversicherung organisiert werden soll. Dies würde zudem auch die vielen tariflichen Regelungen zur Altersvorsorge in Flächentarifverträgen über alle Branchen hinweg unterwandern und ist auch bereits deshalb abzulehnen.

Während der HDE die Vorschläge zur Abschaffung der Minijobs und allen weiteren Beitragssteigerungen strikt ablehnt, bewertet der Verband andere Reformansätze positiv. „Die Abschaffung der Rente mit 63 war längst überfällig. Genauso wie die Anhebung des Renteneintrittsalters entsprechend der steigenden Lebenserwartung. Allerdings steigt derzeit das Renteneintrittsalter innerhalb von 3 Jahren um 6 Monate, die Pläne der Kommission sehen lediglich vor, dass das Renteneintrittsalter über 10 Jahre um weitere 6 Monate ansteigen soll. Wir brauchen hier deutlich mehr Tempo, so Genth.

Ladendiebstahl hat im Jahr 2025 im Einzelhandel in Deutschland einen Schaden in neuer Rekordhöhe verursacht. Wie die aktuelle Studie des Handelsforschungsinstitutes EHI deutlich macht, gingen im vergangenen Jahr Waren erstmals im Wert von über drei Milliarden Euro durch Ladendiebstahl an den Kassen vorbei. Damit erhöhte sich der wirtschaftliche Schaden im Vergleich zu 2022 um insgesamt 25 Prozent. Ein Drittel der Schäden wird dabei durch organisierte Kriminalität verursacht.

„Ladendiebstahl ist kein Kavaliersdelikt und der jährliche Schaden, der dadurch entsteht, muss die Politik endlich wachrütteln. Seit Ende der Corona-Pandemie 2023 nehmen die Ladendiebstähle wieder massiv zu. Es ist daher höchste Zeit, dass die politisch Verantwortlichen reagieren und mit entschlossenen Maßnahmen entgegenwirken“, so der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth. Registriert wurden im vergangenen Jahr insgesamt rund 380.000 Ladendiebstähle. Die geschätzte Dunkelziffer beträgt laut EHI aber über 98 Prozent. „Viele Händler sind frustriert, weil Anzeigen selten zu einer Verurteilung und Sanktionierung der Täter führen und ersparen sich daher den mit der Strafanzeige verbundenen bürokratischen Aufwand“, so Genth. Das EHI geht davon aus, dass jährlich 24,8 Millionen Diebstahlsdelikte im Einzelhandel unentdeckt bleiben, beziehungsweise nicht angezeigt werden.

In Reaktion auf die für viele Handelsunternehmen dramatische Entwicklung legt der HDE immer wieder umfassende Vorschläge zur besseren Bekämpfung des Ladendiebstahls vor. Um eine spürbare Sanktion der gewerbsmäßigen beziehungsweise in Banden agierenden Täter zu gewährleisten, seien strafrechtliche Änderungen in Bezug auf die schweren Diebstahlsdelikte dringend erforderlich. „Bisher geschieht in der Politik zu wenig, um den Einzelhandel vor Diebstählen zu schützen. Vor allem die Entwicklung bei den bandenmäßig organisierten Diebstählen bereitet uns Sorge. Da sehen wir die Politik klar in der Verantwortung, das Strafmaß anzupassen, um die Täter schärfer zu bestrafen und potenzielle Diebe abzuschrecken“, so Genth weiter. Auch die Präventionsmöglichkeiten des Einzelhandels müssten optimiert werden. „Jahr für Jahr gibt die Branche 1,7 Milliarden Euro für Kameraüberwachung, Warensicherung und Sicherheitspersonal aus. Wir brauchen an dieser Stelle die Möglichkeiten für mehr Effektivität. Offene oder auch KI-unterstützte Videoüberwachung muss generell möglich sein. Dadurch werden auch die Erfolgschancen der polizeilichen Ermittlungstätigkeit verbessert und das Vertrauen in die Behörden seitens der Handelsunternehmen wieder gestärkt“, so der HDE-Hauptgeschäftsführer.

Bild: SMWA

Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter zeichnet in Dresden überzeugendste Gründungsvorhaben im Freistaat aus

Die Sächsische Innovationskonferenz hat am 17. Juni 2026 in der Dresdner Messe unter dem Motto »Next Level Transformation« über 1.500 Akteure der sächsischen Innovations- und Gründerlandschaft zusammengebracht. Höhepunkt war die Verleihung des Sächsischen Staatspreises für Gründen in den Kategorien Newcomer, Start-up und Scale-up. Wirtschaftsminister Dirk Panter überreichte den diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträgern die Auszeichnung und würdigte deren Leistung für den Wirtschaftsstandort Sachsen.

Wirtschaftsminister Dirk Panter: »Innovation entsteht dort, wo Menschen den Mut haben, neue Ideen in konkrete Lösungen zu übersetzen. Genau diese Gründerinnen und Gründer brauchen wir für die Zukunft in unserem Land. Unsere Gründerpreisverleihung zeigt eindrucksvoll, wie viel Innovationskraft, Unternehmergeist und technologisches Know-how in Sachsen steckt. Der Staatspreis macht Erfolgsgeschichten sichtbar und zeigt, wie sich der Freistaat künftig entwickeln kann.«

Im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA) richtete futureSAX, die Innovationsplattform des Freistaates Sachsen, den Wettbewerb um den Sächsischen Gründerpreis auch in diesem Jahr aus. Mit dem Preis würdigt der Freistaat jährlich die besten innovativen Geschäftsideen und Gründungskonzepte.

In der neuen Kategorie »Scaleups« erhielten erstmals auch junge Unternehmen, die bereits erfolgreich wachsen, eine Bühne. In der ersten Wertungsrunde wählte die Fachjury aus den 116 innovativen Bewerbungen 9 für die zweite Wertungsrunde aus. Dort durften die Teams ihr Geschäftskonzept vor einer Jury pitchen und ihre Fragen beantworten. Damit fand der diesjährige Gründerwettbewerb auf der Dresdner Messe heute seinen krönenden Abschluss. Neben dem Zugang zum futureSAX-Netzwerk mit über 12.000 Kontakten aus Wissenschaft und Wirtschaft lockte ein Preisgeld von insgesamt bis zu 30.000 Euro sowie eine begleitende Öffentlichkeitsarbeit auf die Prämierten.

»Die Preisträgerinnen und Preisträger des Sächsischen Gründerpreises stehen stellvertretend für eine Gründungsszene, die mit Kreativität, technologischem Know-how und großem unternehmerischem Engagement die Zukunft gestaltet. Besonders beeindruckend ist die Qualität und Vielfalt der Geschäftsideen – von wissenschaftsbasierten DeepTech-Innovationen bis hin zu praxisnahen Lösungen für Wirtschaft und Gesellschaft. Die zahlreichen Bewerbungen zeigen, dass Sachsen hervorragende Voraussetzungen für innovative Gründungen bietet. Den Preisträgerinnen und Preisträgern gratuliere ich ganz herzlich und wünsche ihnen für ihren weiteren Weg viel Erfolg«, sagt Susanne Stump, Geschäftsführerin der futureSAX GmbH.

Wirtschaftsminister Dirk Panter: »Der Sächsische Gründerpreis ist weit mehr als eine Auszeichnung. Jede Gründung erfordert Einsatz, Ausdauer und die Bereitschaft, neue – manchmal auch schwierige - Wege zu gehen. Dieses Engagement verdient große Anerkennung. Der Preis ebnet für sächsische Start-Ups nun den Weg in ein großes Netzwerk. Er ist mehr als nur ein Preisgeld. Es ist der Beginn einer gemeinsamen Reise mit einem unterstützenden Ökösystem. Unser Ziel ist klar: Gute Ideen sollen in Sachsen entstehen, wachsen und langfristig Erfolg bringen.«

»Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger, aber auch alle Nominierten und Teilnehmenden des Wettbewerbs zeigen eindrucksvoll, dass Sachsen in wichtigen Zukunftsfeldern vorne mitspielt – von Life Sciences und Medizintechnik über neue Materialien bis hin zu DeepTech-Innovationen. Sie entwickeln Lösungen für die Herausforderungen von morgen, schaffen Wertschöpfung und erschließen neue Märkte. Die Gründerinnen und Gründer stehen für einen zukunftsfähigen und innovativen Wirtschaftsstandort Sachsen. Ich gratuliere allen Ausgezeichneten herzlich und wünsche ihnen weiterhin viel Erfolg«, so Dirk Panter abschließend.

Preisträgerinnen und Preisträger des 26. Sächsischen Gründerpreises

Kategorie: Start-up des Jahres

Meliodays Medical GmbH

Die Meliodays Medical GmbH entwickelt mit MelioOne eine neuartige, lokal wirkende und hormonfreie Therapie zur Behandlung von Menstruationsschmerzen. Das Unternehmen verfolgt einen innovativen Ansatz, bei dem ein Wirkstoff direkt in der Gebärmutter freigesetzt wird und somit gezielt am Entstehungsort der Schmerzen wirken soll. Ziel ist es, Betroffenen eine langfristige Behandlungsoption zu bieten, die ohne hormonelle Eingriffe auskommt und die Belastung durch wiederkehrende Schmerzen reduziert. Mit ihrer Technologie adressiert Meliodays einen bislang nur unzureichend versorgten Bereich der Frauengesundheit und entwickelt eine Lösung für Millionen von Menschen, deren Alltag durch starke Menstruationsbeschwerden eingeschränkt wird. Das Startup verbindet medizinische Forschung, pharmazeutische Entwicklung und einen klaren gesellschaftlichen Nutzen, um neue Standards in der Behandlung von Menstruationsschmerzen zu schaffen.

Kategorie: Scale-up des Jahres

DEMECAN GmbH

Die DEMECAN GmbH produziert in Sachsen medizinisches Cannabis in pharmazeutischer Qualität und trägt damit zu einer unabhängigen und verlässlichen Versorgung von Patientinnen und Patienten in Deutschland bei. Das Unternehmen deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab – vom kontrollierten Anbau über die pharmazeutische Verarbeitung bis hin zur Auslieferung an Apotheken. In hochmodernen Produktionsanlagen in Ebersbach bei Dresden werden die Pflanzen unter streng kontrollierten Bedingungen kultiviert und nach den Anforderungen der Arzneimittelherstellung verarbeitet. Mit seinem integrierten Ansatz verbindet DEMECAN moderne Produktionstechnologien, hohe Qualitätsstandards und pharmazeutische Expertise. Das Unternehmen hat sich damit als wichtiger Akteur in einem wachsenden Gesundheitsmarkt etabliert und stärkt zugleich Sachsen als Standort für innovative Biotechnologie- und Gesundheitswirtschaft.

Kategorie: Newcomer des Jahres

Oxaphil GmbH

Die Oxaphil GmbH entwickelt und produziert Poly(2-oxazoline) (POx), eine neuartige Klasse funktionaler Polymere für Anwendungen in der Pharma- und Kosmetikindustrie. Die Materialien werden als Lösungsvermittler eingesetzt und helfen dabei, schwer lösliche Wirk- und Inhaltsstoffe besser in Formulierungen einzubinden. Dadurch können Stabilität, Verarbeitbarkeit und Leistungsfähigkeit von Produkten verbessert werden. Mit ihrer Technologie bietet Oxaphil eine innovative Alternative zu etablierten Lösungen und adressiert zentrale Herausforderungen moderner Formulierungen. Die wissenschaftlichen Grundlagen für die Entwicklung entstanden an der Technischen Universität Dresden und werden nun in marktfähige Anwendungen überführt. Damit verbindet das Unternehmen Spitzenforschung mit konkretem Nutzen für Industrie und Anwender.