Nachdem sich die Konsumstimmung in den vergangenen Wochen etwas erholt hatte, geht sie nun wieder leicht nach unten. Das macht das aktuelle Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) deutlich. Der positive Trend aus dem Vormonat setzt sich demnach nicht weiter fort. Grund hierfür sind vermutlich die wieder zunehmenden Spannungen im Nahen Osten.
Im Vergleich zum Vormonat sinkt das HDE-Konsumbarometer leicht und verpasst der aufgekommenen Hoffnung der vergangenen Wochen einen Dämpfer. Gegenüber dem Vorjahr ist die Stimmung sogar stark eingetrübt. Der wieder an Intensität zunehmende Konflikt zwischen dem Iran und den USA wirkt sich negativ auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung sowie die Verbraucherstimmung aus. Beim Thema Konsum werden die Verbraucherinnen und Verbraucher vorsichtiger und mit Blick auf die kommenden Wochen wollen sie ihre Sparanstrengungen erhöhen.
Auch die konjunkturelle Entwicklung bewerten die Verbraucherinnen und Verbraucher pessimistischer als im Vormonat. Allerdings wirkt sich die schlechte Verbraucherstimmung bisher nicht auf die Einkommenserwartung aus, die im Vergleich zum Vormonat weiter steigt. Der aktuelle Wert liegt nur minimal unter dem Vorjahresniveau. Zudem erwarten die Verbraucherinnen und Verbraucher eine weiter sinkende Inflationsrate.
Der Krieg im Iran hat die wirtschaftlichen Risiken wieder deutlich erhöht. Die Sorge der Verbraucherinnen und Verbraucher vor den Folgen des Konflikts belastet die Konsumstimmung und trübt die Wachstumsaussichten erneut ein. Solange der Konflikt andauert, dürfte die Verunsicherung hoch bleiben und die wirtschaftliche Entwicklung belasten. Kurzfristig können auch die Reformbemühungen der Bundesregierung diese negativen Auswirkungen kaum ausgleichen.
24-Stunden-Bürgschaft ermöglicht schnellen und unkomplizierten Zugang zu Fremdkapital
Die Bürgschaftsbank Sachsen (BBS) unterstützt Unternehmen im Freistaat künftig im Express-Verfahren bei ihren Investitionsvorhaben: Mit der sogenannten »24-Stunden-Bürgschaft« ergänzt die BBS ihr Produktportfolio um ein weiteres Finanzierungsinstrument. Durch strukturierte Entscheidungsmechanismen kann die BBS entsprechende Bürgschaftsanträge ab sofort binnen eines Werktages bewilligen. Der Prozess baut auf ein beschleunigtes Bewilligungsverfahren auf, das bereits in der Corona-Zeit erfolgreich erprobt wurde. Die schnelle Bürgschaftszusage ermöglicht schlankere Kreditprozesse durch die jeweilige Hausbank und damit auch weniger Bürokratie für sächsische Unternehmen. Die Grundlage für die »24-Stunden-Bürgschaft« wurde unter Federführung des sächsischen Finanzministeriums gemeinsam mit dem sächsischen Wirtschaftsministerium und der BBS in einer beispielgebenden Initiative gelegt.
Die »24-Stunden-Bürgschaft« verschafft sächsischen Unternehmen schnellen Zugang zu Fremdkapital, der andernfalls wegen mangelnder Sicherheiten verschlossen bliebe. Mit dem neuen Bürgschaftsprogramm reagieren die Ministerien und die BBS gemäß der Leitlinie »weniger Bürokratie, mehr Vertrauen« auf veränderte Vergabeprozesse bei den hiesigen Kreditinstituten. Die externe Absicherung durch die BBS erlaubt den Unternehmen im Freistaat, ihre Pläne für Investitionen – etwa in digitale Software-Lösungen und in die Transformation ihres Geschäftsmodells – zeitnah in die Tat umzusetzen.
Anträge auf eine »24-Stunden-Bürgschaft« können ab sofort über jede Hausbank bei der BBS eingereicht werden. Voraussetzung ist, dass das antragstellende Unternehmen in Sachsen sitzt bzw. der Investitionsort in Sachsen liegt. Die maximale Kredithöhe beträgt 375.000 Euro. Der Antrags- und Bearbeitungsprozess erfolgt vollkommen papierlos. Über den Antrag wird innerhalb von 24 Stunden entschieden.
Christian Piwarz, Sächsischer Staatsminister der Finanzen, erklärt: »Sachsens Wirtschaft lebt von Unternehmerinnen und Unternehmern, die Verantwortung übernehmen, investieren und Zukunft gestalten. Mit der 24-Stunden-Bürgschaft schaffen wir ein modernes Angebot, das schnelle Finanzierungsentscheidungen unterstützt und unternehmerische Initiative stärkt. Sie ist zugleich ein klares Zeichen des Vertrauens in die kleinen und mittelständischen Unternehmen im Freistaat und in ihre Finanzierungspartner. Denn mit ihrem Engagement, ihrer Investitionsbereitschaft und ihrer Verantwortung leisten sie einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung Sachsens.«
Dirk Panter, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz, betont: »Mit der 24-Stunden-Bürgschaft setzen wir ein klares Signal: Der Freistaat Sachsen steht den Unternehmen verlässlich zur Seite. Wer investieren, Arbeitsplätze schaffen oder sein Unternehmen weiterentwickeln will, der soll nicht an langwierigen Verfahren scheitern. Wir beschleunigen Entscheidungen, erleichtern Investitionen und bauen Bürokratie dort ab, wo sie Wachstum bremst. So schaffen wir bessere Rahmenbedingungen für eine starke und wettbewerbsfähige sächsische Wirtschaft.«
Kristian Kirpal, Vorsitzender des Verwaltungsrats der BBS, ergänzt: »Zeit ist Geld. Das gilt heute mehr denn je. Mit der 24-Stunden-Bürgschaft gewinnen sächsische Unternehmen wertvolle Zeit für Investitionsentscheidungen – Zeit, die im Wettbewerb den Ausschlag geben kann. Wer heute investieren will, darf nicht durch langwierige Freigabeprozesse ausgebremst werden. Gefragt sind Schnelligkeit und Verbindlichkeit. Genau das bietet die Bürgschaftsbank Sachsen mit ihrer neuen Express-Absicherung. Deren Einführung sendet ein wichtiges Signal an die sächsische Wirtschaft. Gerade in Zeiten, in denen internationale Märkte von Ungewissheit geprägt sind, ist finanzielle Sicherheit von besonderem Wert.«
Über die BBSDie Bürgschaftsbank Sachsen GmbH (BBS) ist ein öffentlich gefördertes Spezialkreditinstitut. Aufgabe der BBS ist es, als Selbsthilfeeinrichtung der gewerblichen Wirtschaft gemeinsam mit den Hausbanken die Finanzierung erfolgversprechender Vorhaben von kleinen und mittleren Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und der Freien Berufe in Sachsen mit Bürgschaften zu sichern. Die BBS wurde 1990 gegründet und ist Mitglied im Verband Deutscher Bürgschaftsbanken e.V. Die BBS übernimmt Bürgschaften bis zu 80 Prozent des jeweiligen Kreditbetrages und bis zu einem Bürgschaftsbetrag von 2,5 Mio. Euro (bzw. 100% des Kreditbetrags bei ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge
Große Freude bei den EDEKA-Märkten von Ellen Groschupp in Marienberg und Mildenau. Beide Märkte wurden erneut für „Generationenfreundliches Einkaufen“ ausgezeichnet.
Hier verbinden sich Frische, Regionalität und Qualität mit einem rundum generationenfreundlichen Einkaufserlebnis, so dass Kundinnen und Kunden auch weiterhin komfortabel, barrierearm und mit viel Freude einkaufen können. Freuen Sie sich auf erlesene Fleisch- und Wurstwaren von regionalen Erzeugern, eine mit dem Kreativ Award ausgezeichnete Käsetheke sowie ein umfangreiches Sortiment für den täglichen Bedarf.
Mit großer Freude nahmen Tochter Franziska Meyer und Sohn Florian Meyer die Urkunde von Jörg Vulturius (links im Bild) vom Handelsverband Sachsen entgegen.
Der Handelsverband Sachsen gratuliert Ellen Groschupp und dem gesamten Team der EDEKA-Märkte in Marienberg und Mildenau herzlich zur erfolgreichen Auszeichnung und wünscht weiterhin viel Erfolg!
Lassen auch Sie sich für Ihr Engagement für generationenfreundliches Einkaufen auszeichnen - über das nachstehende GFE-Logo gelangen Sie direkt zum Antrag.
Die Tarifverhandlungen im Einzelhandel befinden sich an einem entscheidenden Punkt. Nachdem in mehreren Tarifgebieten tragfähige Lösungen in greifbarer Nähe waren, sind diese nach Einschätzung der Arbeitgeberseite nicht an den regionalen Verhandlungstischen gescheitert.
Tarifgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) Steven Haarke: „Aktuell wurden schon verabredete Termine in den Tarifgebieten des Einzelhandels seitens der Arbeitgeber abgesagt. Hintergrund ist, dass es bereits im Tarifgebiet Mitteldeutschland am 26. Juni 2026 eine starke Annäherung im Tagungshotel in Leipzig gab, die zu später Stunde von der auf ver.di-Seite initiierten bundesweiten Koordinationsrunde verhindert wurde. Im Tarifgebiet Baden-Württemberg gab es zuletzt sogar eine konkrete Einigung zwischen den regionalen Tarifparteien vor Ort. Auch hier hat die bundesweite Koordinierungsrunde von ver.di den Abschluss am Ende abermals nicht zugelassen. Den anderen Tarifgebieten im Einzelhandel sollen keine Scheinverhandlungen zugemutet werden. Daher haben diese Tarifgebiete entschieden, die nächsten Tarifverhandlungen im Einzelhandel in Rheinland-Pfalz, Saarland, Bayern und Berlin-Brandenburg abzusagen. Das ver.di-Muster eines zentral veranlassten Rückzugs kurz vor oder sogar nach einer Lösungsfindung vor Ort ließ sich – wie schon in der letzten Tarifrunde – auch in dieser Tarifrunde mehrfach beobachten. Jetzt ist die Gewerkschaft am Zug! Sie hat weiter die Möglichkeit, in Mitteldeutschland oder in Baden-Württemberg die dortige Tarifeinigung umzusetzen. Das Wiederholen der überzogenen Eingangsforderung ist aber keine ausreichende Basis für eine ernsthafte Verhandlung.“
Viele Einzelhändler in Deutschland sehen sich in schwierigem Fahrwasser. Kosten für Energie und Beschäftigung steigen, gleichzeitig bewegen sich Umsätze und Gewinne auf einem zu niedrigen Niveau. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) unter 600 Unternehmen aus der Branche. Der Verband fordert deshalb klare und rasche Weichenstellungen von der Politik, um die Rahmenbedingungen für den Einzelhandel zu verbessern.
„Die Lage kann und darf uns nicht zufriedenstellen. Die Stimmung bei Verbrauchern und Unternehmen ist auf dem gleichen Niveau wie im zweiten Corona-Lockdown. Die Situation ist noch dramatischer als sie es im eher bescheidenen Vorjahr bereits war“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Nach der aktuellen HDE-Umfrage bewerten 42 Prozent der befragten Handelsunternehmen ihre derzeitige Geschäftslage als schlecht. Bei fast zwei Dritteln der Befragten hat sich die Geschäftslage im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verschlechtert. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 51 Prozent. Im Ergebnis stehen häufig rückläufige Gewinne. 69 Prozent berichten von gegenüber dem Vorjahr gesunkenen Gewinnen. „Das Problem für viele Unternehmen sind die steigenden Kosten für Beschäftigung, Energie und Wareneinkauf - bei gleichzeitig stagnierenden Umsätzen“, so von Preen weiter.
Und auch der Blick auf die kommenden Monate fällt nicht positiv aus: Für das laufende Jahr rechnen 65 Prozent der Befragten mit Umsätzen leicht oder deutlich unter Vorjahr. Im vergangenen Jahr lag dieser Wert bei 53 Prozent. Nur 18 Prozent gehen von Umsatzsteigerungen im Vergleich zu 2025 aus. Der HDE hält angesichts der aktuellen Lage an seiner bereits Anfang des Jahres getroffenen Prognose für das laufende Jahr fest und kalkuliert somit mit einem nominalen Umsatzplus im Einzelhandel in Deutschland von zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wird der Einzelhandel in diesem Jahr demnach 697,4 Milliarden Euro umsetzen. Davon entfallen 601,1 Milliarden Euro auf den stationären Einzelhandel und 96,3 Milliarden Euro auf den Online-Handel.
„Der Einzelhandel ist wichtiger Wirtschaftsfaktor und eine wichtige Säule für die gesamte Gesellschaft. Das große Engagement der Branche in den Innenstädten, in der kommunalen Arbeit vor Ort und in Ehrenämtern ist für alle unverzichtbar. Auch deshalb muss die Politik nun sehr schnell die richtigen Entscheidungen treffen und umsetzen, um die Rahmenbedingungen zu verbessern“, so der HDE-Präsident weiter. Die jüngsten Einigungen der Koalition seien dabei ein wichtiger erster Schritt, es gebe aber nach wie vor sehr viel mehr zu tun.
Zudem warnt der HDE ausdrücklich vor einer Abschaffung von oder Verschlechterungen bei den Minijobs. „800.000 Minijobber im Einzelhandel und viele Unternehmen in der Branche sind auf einen vernünftigen und zukunftssicheren Umgang mit dieser Beschäftigungsform angewiesen. Da sollte die Politik nicht mit den Lebensmodellen vieler Menschen spielen“, so von Preen. Darüber hinaus brauche es einen verbindlichen Deckel von 40 Prozent bei den Lohnnebenkosten.
Die positive Entwicklung bei der Verbraucherstimmung in Deutschland hält an, bleibt aber weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Das geht aus dem aktuellen Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) hervor. Der positive Trend aus dem Vormonat setzt sich im Juli weiter fort, aber die bisherigen Auswirkungen der globalen Konflikte beeinträchtigen die Verbraucherstimmung weiter.
Im Vergleich zum Vormonat steigt das HDE-Konsumbarometer an. Gegenüber dem Vorjahr ist die Stimmung allerdings stark eingetrübt. Der anhaltende Konflikt im Iran hat massive Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung sowie die Verbraucherstimmung. Die Anschaffungsneigung bleibt nahezu unverändert im Vergleich zum Vormonat und liegt ebenfalls deutlich unter dem Wert des Vorjahrs. Deutlich optimistischer bewerten die Verbraucherinnen und Verbraucher die Entwicklung der konjunkturellen Lage. Mit der Hoffnung auf eine bessere Konjunktur blicken die Verbraucherinnen und Verbraucher auch zuversichtlich auf ihre Einkommenserwartung. Der aktuelle Wert liegt nur leicht unter dem Vorjahresniveau.
Aufgrund der Vereinbarungen zwischen den USA und dem Iran über das Ende von Kampfhandlungen, sehen die Verbraucherinnen und Verbraucher optimistischer auf die kommenden Wochen. Die Erholung der Stimmung beginnt aber auf einem niedrigen Niveau und der negative Effekt auf die Wirtschaft in der ersten Jahreshälfte wird bis zum Ende des Jahres nicht mehr aufzuholen sein. Ohne ein richtiges Ende des Irankriegs wird die Konsumstimmung weiterhin zurückhaltend bleiben.
Die heute von der Bundesregierung vorgestellten Ergebnisse des Koalitionsausschusses setzen aus Sicht des Handelsverbandes Deutschland (HDE) wichtige Signale für die Wirtschaft. Positiv bewertet der HDE insbesondere, dass auf eine Erhöhung der Mehrwertsteuer verzichtet werden soll. Gleichzeitig bleibt bei den angekündigten Maßnahmen noch Luft nach oben.
Die Pläne zur Entlastung der Verbraucherinnen und Verbraucher im Rahmen der Einkommenssteuer bewertet der HDE als Schritt in die richtige Richtung. Das vorgesehene Volumen dürfte allerdings nicht ausreichen, um den privaten Konsum spürbar zu beleben. Dass die Bundesregierung zugleich auf eine Erhöhung der Mehrwertsteuer verzichtet, sendet dagegen ein wichtiges Signal für Verbraucher und Unternehmen. „Die vorgestellten Reformen enthalten aus Sicht des Einzelhandels wichtige und richtige Ansätze, auch wenn sie hinter den Erwartungen an einen großen wirtschaftspolitischen Impuls zurückbleiben. Gerade bei den Entlastungen werden die Auswirkungen auf den Konsum vermutlich überschaubar sein“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.
Positiv bewertet der HDE zudem die geplante Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. „Das haben wir jahrelang gefordert und war überfällig. Auch die Ausweitung der sachgrundlosen Befristung nunmehr auf eine Maximaldauer von 48 Monaten sowie den Wegfall des Schriftformerfordernisses bei Befristungen ab 2027 befürworten wir. Umso bedauerlicher ist es, dass die notwendige Flexibilisierung der Arbeitszeit im heutigen Paket nicht enthalten ist. Ein Wechsel hin zur wöchentlichen Höchstarbeitszeit direkt im Arbeitszeitgesetz wäre sehr wichtig gewesen“, so Genth.
Mit Blick auf die Vorschläge der Alterssicherungskommission warnt der HDE zudem vor Einschränkungen bei den Minijobs. „Minijobs sind bei den Menschen sehr beliebt und für den Handel mit Blick auf die branchentypischen Stoßzeiten operativ von großer Bedeutung. Die von der Alterssicherungskommission empfohlene de facto Abschaffung der Minijobs lehnen wir ab, die vorgesehene Ausnahme für Schüler greift zu kurz. Mindestens Studierende sowie Rentnerinnen und Rentner müssten ebenfalls ausgenommen werden“, fordert Genth.
Auch die angekündigten Maßnahmen zum Bürokratieabbau bewertet der HDE positiv. Ein wirksames Berichtsentlastungsgesetz mit dem Abbau von Berichts- und Dokumentationspflichten könne Unternehmen spürbar entlasten. „Entscheidend ist jetzt, dass die angekündigten Vorhaben schnell umgesetzt werden. Viele der bislang angekündigten Entlastungen sind im Unternehmensalltag noch nicht angekommen“, betont Genth.
Aus Sicht des HDE muss die Bundesregierung den eingeschlagenen Kurs nun konsequent fortsetzen. Dazu gehören insbesondere eine Rückführung und auch dauerhafte Deckelung der Lohnnebenkosten bei 40 Prozent. Außerdem braucht es eine Senkung der Stromsteuer für alle Unternehmen. „Gerade angesichts der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Lage braucht es weitere Maßnahmen, um den Standort Deutschland zu stärken und den Konsum nachhaltig anzukurbeln“, so Genth.
Seit dem 1. Juli 2026 gelten die neuen EU-Zollgebühren für Pakete aus Drittstaaten. Für Warensendungen mit einem Warenwert von unter 150 Euro werden künftig je nach Warenkategorie drei Euro Gebühren erhoben.
„Das ist ein wichtiges Signal und ein großer Schritt. Wir haben uns seit rund drei Jahren für diese Maßnahme eingesetzt und werten die Einführung der Gebühr als klaren Erfolg. Die neue Regelung allein wird jedoch nicht verhindern, dass weiterhin unsichere Produkte, falsch deklarierte Waren oder Verstöße gegen europäische Verbraucher-, Umwelt- und Produktsicherheitsstandards auf den Binnenmarkt gelangen. Die Zollgebühr gleicht lediglich einen finanziellen Wettbewerbsnachteil aus, sie kann eine wirksame Marktüberwachung nicht ersetzen. Hier besteht nach wie vor erheblicher Handlungsbedarf“, so der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp.
Abhilfe schaffen soll der EU-weit geplante Customs Data Hub. Der Start des Hubs ist jedoch erst für das Jahr 2028 vorgesehen. „Wir brauchen den Customs Data Hub deutlich früher als bislang vorgesehen. Importeure und Onlinehändler aus Drittstaaten sollten ihre Zolldaten zentral und einheitlich bereitstellen müssen, damit Auffälligkeiten bei Warenwerten, Sendungsmengen oder Herkunftsangaben schneller erkannt werden können. Angesichts von täglich rund zwölf Millionen Paketen, die allein Temu und Shein in die Europäische Union liefern, ist ein Start erst im Jahr 2028 nicht ausreichend“, erklärt Tromp.
„Darüber hinaus muss klar sein, dass jeder Händler und jede Plattform aus Drittstaaten einen finanziell leistungsfähigen und tatsächlich erreichbaren Repräsentanten innerhalb der EU haben muss. Nur so können Verstöße wirksam sanktioniert und die Einhaltung europäischer Vorschriften sichergestellt werden“, so Tromp.
Um die Verbraucherinnen und Verbraucher weiter zu schützen und einen fairen Wettbewerb zu ermöglich, fordert Tromp: „Wer sich dauerhaft nicht an die Regeln hält, darf daraus keinen Wettbewerbsvorteil ziehen. Deshalb muss im äußersten Fall auch die Sperrung von Plattformen oder Händlern möglich sein, die wiederholt gegen geltendes Recht verstoßen. Sanktionen entfalten nur dann Wirkung, wenn sie glaubwürdig sind und bei Regelverstößen konsequent angewendet werden. Erst dann können faire Wettbewerbsbedingungen dauerhaft gewährleistet werden.“
Der Einzelhandel in Deutschland steht unter großem wirtschaftlichem Druck. Seit 2022 hat die Branche mehr als 70.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse verloren, seit 2015 mussten bundesweit über 70.000 Geschäfte endgültig schließen. Steigende Energie-, Miet-, Logistik- und Personalkosten, Bürokratie sowie wachsende regulatorische Anforderungen belasten die Händler massiv. Die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung bewerten sie mit der Schulnote fünf sehr kritisch. Das zeigt eine HDE-Umfrage unter 600 Händlern. Mit Blick auf den Koalitionsausschuss am 1. Juli fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) die Bundesregierung zu raschen und mutigen Reformen auf.
„Der Handel erwartet von der Politik mehr Tatkraft, mehr Tempo und vor allem spürbare Entlastungen. Die anstehenden Reformen müssen in ihrer Gesamtheit zur Überwindung der Wirtschaftskrise, zur Stabilisierung der Sozialsysteme und zu mehr Investitionen in Deutschland führen“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Viele angekündigte Maßnahmen würden nicht oder zu langsam umgesetzt. Gleichzeitig stiegen die Belastungen durch Steuern, Energiepreise, Löhne und Bürokratie weiter an.
Der HDE fordert daher in einem Papier zum Koalitionsausschuss wirksame Reformen. „Es braucht weniger Bürokratie. Auskunfts- und Berichtspflichten müssen abgeschafft werden. Gleichzeitig muss der Wettbewerb fair sein. Player aus dem fernen Osten wie Temu oder Shein unterlaufen unsere Regelungen und verschaffen sich unfaire Vorteile. Das muss sich endlich spürbar ändern“ so von Preen. Zudem setzt sich der HDE für eine Stärkung der Kaufkraft und niedrigere Unternehmenskosten ein. Die Einkommensteuer soll spürbar gesenkt und der Tarif abgeflacht werden. „Entlastungen müssen nicht nur bei den unteren Einkommen, sondern auch in der breiten Mittelschicht und bei den Personenunternehmen ankommen“, so der HDE-Präsident. Darüber hinaus fordert der HDE dauerhaft niedrigere Energiekosten für alle. Die zuletzt diskutierte Anhebung der Mehrwertsteuer von 19 auf 21 Prozent zur Gegenfinanzierung möglicher Einkommensteuersenkungen lehnt der HDE strikt ab. „Der private Konsum befindet sich bereits in einer Schockstarre und der Einzelhandel hat nach sechs Jahren ohne reales Wachstum keine Puffer mehr“, mahnt von Preen.
Auch auf dem Arbeitsmarkt sieht der HDE größeren Reformbedarf. „Die Kosten für den Faktor Arbeit dürfen nicht weiter ansteigen, versicherungs-fremde Leistungen sind konsequent zu hinterfragen. Wichtig ist zudem, dass die Reformen in der Krankenkasse, Pflege und Rente konsistent bleiben und sich nicht widersprechen. Die von der Alterssicherungskommission empfohlene de facto Abschaffung der Minijobs lehnen wir entschieden ab – das ist ein Irrweg. Zumindest müssten neben Schülern zwingend auch Studenten und Rentner ausgenommen werden. Minijobs sind für die Branche wichtig, um Stoßzeiten abzudecken, und bei den Beschäftigten beliebt. Durch die neue Abgabenlast würden ehemalige Minijobber entweder deutlich weniger verdienen oder für das gleiche Netto mehr arbeiten müssen“, so von Preen weiter. Das sei kaum vermittelbar und für die Unternehmen operativ nicht sinnvoll. Nötig sei jetzt entschlossenes und zielgerichtetes Handeln – jedes Zögern bringe die Wirtschaft in noch schwierigeres Fahrwasser.
Die Forderungen des HDE finden Sie unter www.einzelhandel.de/koalition
In der zweiten Tarifrunde für die Beschäftigten im mitteldeutschen Einzelhandel wurde am heutigen Freitag, den 26. Juni 2026, in Leipzig keine Einigung zwischen den Tarifparteien erzielt.
Nach einem überaus intensiven 9-stündigen Austausch unterbreitete die Arbeitgeberseite der Gewerkschaft trotz der extrem schwierigen wirtschaftlichen Gesamtumstände in der 2. Verhandlungsrunde als erstes Tarifgebiet im Einzelhandel in Deutschland ein neues Angebot über eine Laufzeit von 24 Monaten mit einem Gehaltsplus von 4,4 % in zwei Stufen. Die Gewerkschaft ver.di konnte sich diesem Angebot jedoch trotz aller Bemühungen der Arbeitgeber nicht nähern und war nicht bereit, verbindlich auf Basis des Angebotes der Arbeitgeberseite über einen Tarifabschluss zu sprechen. Vielmehr ließ die Gewerkschaft die Arbeitgeber über die konkreten Möglichkeiten eines Tarifabschlusses im Ungewissen.
Die Arbeitgeberseite signalisierte am heutigen Tag unmissverständlich Abschlussbereitschaft und zeigte große Kompromissbereitschaft. Die historische Chance, erstmalig in den neuen Bundesländern einen Pilotabschluss zu vereinbaren, blieb jedoch leider ungenutzt. Tarifverhandlungen setzen neben dem notwendigen Realitätssinn Flexibilität und Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten voraus. Diese Attribute konnte die Arbeitgeberseite am heutigen Tag jedoch bei der Gewerkschaft nicht im notwendigen Umfang erkennen, so dass die Arbeitnehmer weiterhin auf die Vereinbarung einer Entgeltsteigerung warten müssen.
Ein Folgetermin wurde für den 19. August 2026 vereinbart.