In der zweiten Tarifrunde für die Beschäftigten im mitteldeutschen Einzelhandel wurde am heutigen Freitag, den 26. Juni 2026, in Leipzig keine Einigung zwischen den Tarifparteien erzielt.
Nach einem überaus intensiven 9-stündigen Austausch unterbreitete die Arbeitgeberseite der Gewerkschaft trotz der extrem schwierigen wirtschaftlichen Gesamtumstände in der 2. Verhandlungsrunde als erstes Tarifgebiet im Einzelhandel in Deutschland ein neues Angebot über eine Laufzeit von 24 Monaten mit einem Gehaltsplus von 4,4 % in zwei Stufen. Die Gewerkschaft ver.di konnte sich diesem Angebot jedoch trotz aller Bemühungen der Arbeitgeber nicht nähern und war nicht bereit, verbindlich auf Basis des Angebotes der Arbeitgeberseite über einen Tarifabschluss zu sprechen. Vielmehr ließ die Gewerkschaft die Arbeitgeber über die konkreten Möglichkeiten eines Tarifabschlusses im Ungewissen.
Die Arbeitgeberseite signalisierte am heutigen Tag unmissverständlich Abschlussbereitschaft und zeigte große Kompromissbereitschaft. Die historische Chance, erstmalig in den neuen Bundesländern einen Pilotabschluss zu vereinbaren, blieb jedoch leider ungenutzt. Tarifverhandlungen setzen neben dem notwendigen Realitätssinn Flexibilität und Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten voraus. Diese Attribute konnte die Arbeitgeberseite am heutigen Tag jedoch bei der Gewerkschaft nicht im notwendigen Umfang erkennen, so dass die Arbeitnehmer weiterhin auf die Vereinbarung einer Entgeltsteigerung warten müssen.
Ein Folgetermin wurde für den 19. August 2026 vereinbart.