Polizeiliche Kriminalitätsstatistik (PKS) des Freistaates Sachsen 2024: Erneut Zunahme beim Ladendiebstahl

Mit Blick auf die erneut steigende Zahl von Ladendiebstählen fordert der Handelsverband Sachsen ein konsequentes Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden.

„Wir halten es unter anderem dringend für erforderlich, durch eine Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen eine konsequente Verfolgung und Ahndung der Diebstahlsdelikte im Einzelhandel zu gewährleisten und den Bürgern zu signalisieren, dass der Staat geltendes Recht durchsetzt und das Eigentum schützt. Staatsanwaltschaften und Gerichte sollten bei Ladendiebstählen nur in Ausnahmefällen auf die Möglichkeit der Verfahrenseinstellung zurückgreifen und Taten  stattdessen konsequent verfolgen und sanktionieren. Dies wäre auch wichtiger Beitrag zur Prävention“, so HVS-Hauptgeschäftsführer René Glaser.

Die am Dienstag (01.04.2025) veröffentlichten Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2024 zeigen für den Bereich der Ladendiebstähle einen Anstieg um 2,7 % (absolut: + 541 auf 20.438 Fälle) im Vergleich zum Vorjahr. Bereits im vergangenen Jahr wies die Statistik eine Zunahme um 21,3 % im Vergleich der Jahre 2022 auf 2023 aus. Die Ergebnisse machen deutlich, dass sich die Anzahl der polizeilich erfassten einfachen Ladendiebstähle nicht nur weiterhin auf hohem Niveau bewegt, sondern die Fallzahlen sogar weiter angestiegen sind. Zusätzlich rechnet der Handelsverband Sachsen mit einem hohen Dunkelfeld. Bestätigt wird dies durch die Einschätzungen der EHI Retail Institute GmbH, die davon ausgeht, dass die geschätzte Dunkelziffer bei über 98 % liegt. Damit bewegen sich die tatsächlichen Fälle noch weit über den Zahlen der Kriminalitätsstatistik, die nur einen Ausschnitt der Realität abbildet. „Der durch Ladendiebstähle verursachte wirtschaftliche Schaden im sächsischen Einzelhandel geht in die Millionen. Trotz bestmöglicher Präventionsarbeit der Einzelhandelsunternehmen, die ebenso hohe Investitionssummen verursacht, steigen die Zahlen spürbar an. Der Einzelhandel erwartet straf- und strafprozessrechtliche Rahmenbedingungen, die konsequente repressive Maßnahmen der Polizei und Justiz sicherstellen“, so Glaser weiter.

Neben den Delikten gegen das Eigentum führen darüber hinaus auch weitere Straftaten (körperliche Übergriffe, Pöbeleien, Beleidigungen etc.) in den Geschäften und im öffentlichen Raum zusätzlich zu den genannten Folgen zu einem hohen Verlust des allgemeinen Sicherheitsgefühls und zu einem Imageverlust der Innenstädte und Handelsstandorte. „Auch diesbezüglich muss im Sinne guter Rahmenbedingungen in unseren Städten entschieden gehandelt und Delikte konsequent geahndet werden“, so Glaser abschließend.

Handout PKS 2024

Presseerklärung Staatsminister Armin Schuster

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