Hand aufs Herz:
Auch wenn der Einzelhandel seit Jahren fest in den Top 3 der beliebtesten Ausbildungsberufe rangiert, steht er bei vielen jungen Menschen nicht automatisch ganz oben auf der Wunschliste. Statt klassischer Ausbildungsträume dominieren in den Köpfen oft moderne Berufsbilder wie Content Creator oder Influencer. Umso wichtiger wird es für Unternehmen, sich als moderner und attraktiver Arbeitgeber weiterzuentwickeln.
Genau dieser Herausforderung stellte sich EDEKA Müller in Grumbach. Für die Gründerbrüder Florian und Patrick Müller war klar: „Wer langfristig erfolgreich sein will, muss mehr sein als ein Arbeitgeber. Er muss ein guter Arbeitgeber sein.“
Den Anstoß gab ein Workshop im Impact Hub Dresden.Dabei entstand zunächst eine provokante Frage: Warum eigentlich nicht Homeoffice im Einzelhandel ausprobieren?
Innovative Ideen scheitern im Alltag oft an fehlender Zeit oder fehlendem Spezial wissen.Deshalb setzt das Impact Hub Dresden auf Partnerschaften auf Augenhöhe zwischen etablierten Unternehmen und Startups, die gemeinsam Pilotprojekte umsetzen.
Für EDEKA Müller fand der Impact Hub mit Future Impact einen Startup-Partner mit Expertise in Strategie und Organisationsentwicklung. Während EDEKA methodisches Know-how gewann, erhielt Future Impact Zugang zu einem neuen Marktsegment.
Zu Beginn analysierte das Tandem Kundenfrequenzen und befragte die Mitarbeitenden. Schnell zeigte sich: Nicht Homeoffice war ihr größter Wunsch, sondern klare Rollen und ein gemeinsames Verständnis von Führung.
Doppelrollen sorgten für Unsicherheiten, Führungskräfte waren stark im Tagesgeschäft gebunden und Verantwortlichkeiten nicht eindeutig geregelt. Die Belegschaft wünschte sich ein stärkeres Wir-Gefühl. Gemeinsam mit den Mitarbeitenden entwickelte Future Impact deshalb ein partizipatives Modell. In Co-Creation- Workshops entstanden ein flexibles Schichtsystem, klar definierte Rollen und ein gemeinsames Führungsverständnis. Entscheidend war dabei, die Lösungen gemeinsam mit den Führungskräften und der Belegschaft zu entwickeln, nicht über ihre Köpfe hinweg.
Tilo Höde von Future Impact ergänzt: „Mit einem strukturierten Führungs-Feedback machen wir sichtbar, welche Rollen im Führungsteam schon heute gut gelebt werden und wo einzelne Führungskräfte noch individuellen Entwicklungsraum haben.“
Aus der Idee, Homeoffice im Einzelhandel zu ermöglichen, entstand letztlich ein Organisationsentwicklungsprojekt, das den Markt nachhaltig stärkt.
Lisa Welde vom Impact Hub Dresden sagt: "Unternehmen müssen ihre Herausforderungen nicht allein lösen. Wir bringen bewusst etablierte Unternehmen mit passenden Startup- Partnern zusammen, die fehlende Kompetenzen ergänzen und neue Perspektiven eröffnen."
Seit dem Start des Förderprogramms wurden bereits 19 Unternehmen bei Innovationsprojekten begleitet – von KI-Anwendungen über nachhaltige Gebäudesanierung und Ressourcenrückgewinnung bis hin zu Mobilitätskonzepten im Profisport.
Laura Oertelt vom Impact Hub Dresden fasst zusammen:
"Wer Herausforderungen offen angeht und die richtigen Partner einbindet, entwickelt oft Lösungen, die weit über die ursprüngliche Fragestellung hinausgehen."
Der Impact Hub Dresden bringt Menschen zusammen, die sich sozialen, ökologischen und ökonomischen Herausforderungen widmen und beschleunigt deren Transformation durch unternehmerisches Denken, innovative Methoden und eine vielseitige Community. Mit Coachings und transformativen Programmen unterstützt er sie methodisch und inhaltlich. Durch Coworking und Eventflächen bietet er Räume für Begegnung und um produktiv wie kreativ zu arbeiten. Mithilfe seines weitreichenden lokalen sowie internationalen Netzwerks kreiert er wertvolle Synergien und schafft die Basis für erfolgversprechende Partnerschaften. www.dresden.impacthub.net
Wer langfristig erfolgreich sein will, muss mehr sein als ein Arbeitgeber. Er muss ein guter Arbeitgeber sein.
– Patrick Müller
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